Praxistest bestanden
Da ich das Glück habe, nur 15 Fahrradminuten von einem waldreichen Naturschutzgebiet entfernt zu wohnen, habe ich mir „Sprichst du Wald“ unter den Arm geklemmt und einem Praxistest unterzogen. Diesen Test hat das Buch ausgezeichnet bestanden. Ich hätte natürlich auch zu Hause das Wichtigste durchlesen und vor Ort nachvollziehen können. Aber ich kenne mich: Auf die Art und Weise hätte ich die Hälfte schon auf dem Weg in den Wald wieder vergessen. So bin ich mit dem Buch an der Hand losgegangen, habe immer wieder angehalten, nachgelesen und versucht, Anregungen unmittelbar umzusetzen. Und es stimmt, was die Autorin Hannah Assil schreibt: „Wer innehält, beobachtet und Abstand hält, sieht oft mehr.“
Natürlich braucht man kein Buch, um bewusst durch den Wald zu gehen. Nur macht man das im hektischen Alltag meist nicht. Assils Buch ist eine gute Anregung und Inspirationsquelle, den Wald wirklich mit allen Sinnen zu erleben. Dabei hilft die übersichtliche Gliederung. In der Einleitung ruft Assil sich und ihren Leserinnen und Lesern in Erinnerung, wie Kinder den Wald erleben. Als unendlich scheinenden (Abenteuer-)Spielplatz. Dabei gebrauchen Kinder wie von selbst alle Sinne. Etwas, das Erwachsene bisweilen wieder lernen müssen. Weil sie oft „mit dem Handy in der Hand oder einem Podcast oder Musik im Ohr“ dadurch gehen. „Sprichst du Wald“ hilft bei der bewussten Entscheidung, sehend und hörend diesen Naturraum zu erleben. Und zwar im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Das Buch lenkt meine Aufmerksamkeit gezielt auf Dinge, die ich sonst weniger wahrnehme. Auf die Menge an Totholz zum Beispiel. Hannah Assil widmet dem Thema mehrere Seiten. Zu Recht, schließlich arbeitet im Totholz das „Herz des Sommerwaldes“. Das Buch erklärt anschaulich, wie abgestorbene Bäume zum Lebensraum für unzählige Tiere, Pilze und Insekten werden. Für den Wasserhaushalt des Waldes spielt Totholz eine wichtige Rolle – gerade in Zeiten von Hitze und Trockenheit. Die Kühle des Waldes nehme ich mithilfe des Buches ebenfalls anders wahr. Dass es unter schattigen Bäumen frischer ist, als auf freiem Feld oder gar in der Stadt, ist klar. Aber erst die Sinnesübung „Finde die kühlste Stelle im Wald“ bewirkt, dass ich Unterschiede wahrnehme. Richtig schön kühl ist es an jenen Stellen, wo unter dem Kronendach der hohen Bäume viele grüne Sträucher und junge Bäume wachsen.
„Sprichst du Wald“ öffnet mir auch die Augen für Buchen. Grundsätzlich weiß ich, was eine Buche ist und erkenne sie auch an ihren Blättern. Aber Hannah Assil versteht es, dem Baum Charakter zu geben. „Groß, still und voller Stärke.“ Die Buche, so lese ich, prägt einen Wald und seine Arten entscheidend. Mit einem Mal sehe ich die grau-silbrigen, fein strukturierten Stämme mit andere Augen. Überhaupt sehe ich jetzt zum ersten Mal, wie viele Buchen in diesem Wald stehen.
Zwischen Lesen und Beobachten fällt mir vieles auf. Verschiedene Vogelstimmen, Libellen, Schmetterlinge. Im Brombeergestrüpp raschelt ein Tier, das sich allerdings nicht zeigt. Und schließlich sogar das weiße Schwanzbüschel eines davonspringenden Rehs. Assil fasst solche Momente in treffsichere Worte: „Ein schnelles Verschwinden im Grün.“ – „Ein Rascheln, das plötzlich verstummt.“
Zum genauen Hinsehen animieren auch die stimmungsvollen Fotos des reich bebilderten Buches, von herbstlichen Panoramaaufnahmen über einen Fuchs beim Mäusesprung bis hin zu Nahaufnahmen verschiedener Vögel. Ich bin schon gespannt auf den Herbst. Hier widmet sich Assil den Pilzen, dem Rot- und Rehwild. Und wer die Winteraufnahmen sieht, kann sich darauf freuen, die feinen Strukturen von Ästen und Rinden unter Eis und Raureif zu entdecken. Dabei ist das Buchformat ein weiterer Pluspunkt. Es ist handlich genug, um es in einem kleinen Rucksack oder Beutel bei sich zu tragen. Die Seiten lassen sich bei Bedarf schnell durchblättern auf der Suche nach der Information, die gerade benötigt wird. Noch spreche ich nicht Wald. Aber dank Hannah Assil höre ich besser auf das, was der Wald mir zu sagen hat. Mir hat der Praxistest gezeigt, dass ihr Konzept funktioniert. Deshalb kann ich das Buch allen empfehlen, die den Wald mit anderen Augen sehen möchten.
Natürlich braucht man kein Buch, um bewusst durch den Wald zu gehen. Nur macht man das im hektischen Alltag meist nicht. Assils Buch ist eine gute Anregung und Inspirationsquelle, den Wald wirklich mit allen Sinnen zu erleben. Dabei hilft die übersichtliche Gliederung. In der Einleitung ruft Assil sich und ihren Leserinnen und Lesern in Erinnerung, wie Kinder den Wald erleben. Als unendlich scheinenden (Abenteuer-)Spielplatz. Dabei gebrauchen Kinder wie von selbst alle Sinne. Etwas, das Erwachsene bisweilen wieder lernen müssen. Weil sie oft „mit dem Handy in der Hand oder einem Podcast oder Musik im Ohr“ dadurch gehen. „Sprichst du Wald“ hilft bei der bewussten Entscheidung, sehend und hörend diesen Naturraum zu erleben. Und zwar im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Das Buch lenkt meine Aufmerksamkeit gezielt auf Dinge, die ich sonst weniger wahrnehme. Auf die Menge an Totholz zum Beispiel. Hannah Assil widmet dem Thema mehrere Seiten. Zu Recht, schließlich arbeitet im Totholz das „Herz des Sommerwaldes“. Das Buch erklärt anschaulich, wie abgestorbene Bäume zum Lebensraum für unzählige Tiere, Pilze und Insekten werden. Für den Wasserhaushalt des Waldes spielt Totholz eine wichtige Rolle – gerade in Zeiten von Hitze und Trockenheit. Die Kühle des Waldes nehme ich mithilfe des Buches ebenfalls anders wahr. Dass es unter schattigen Bäumen frischer ist, als auf freiem Feld oder gar in der Stadt, ist klar. Aber erst die Sinnesübung „Finde die kühlste Stelle im Wald“ bewirkt, dass ich Unterschiede wahrnehme. Richtig schön kühl ist es an jenen Stellen, wo unter dem Kronendach der hohen Bäume viele grüne Sträucher und junge Bäume wachsen.
„Sprichst du Wald“ öffnet mir auch die Augen für Buchen. Grundsätzlich weiß ich, was eine Buche ist und erkenne sie auch an ihren Blättern. Aber Hannah Assil versteht es, dem Baum Charakter zu geben. „Groß, still und voller Stärke.“ Die Buche, so lese ich, prägt einen Wald und seine Arten entscheidend. Mit einem Mal sehe ich die grau-silbrigen, fein strukturierten Stämme mit andere Augen. Überhaupt sehe ich jetzt zum ersten Mal, wie viele Buchen in diesem Wald stehen.
Zwischen Lesen und Beobachten fällt mir vieles auf. Verschiedene Vogelstimmen, Libellen, Schmetterlinge. Im Brombeergestrüpp raschelt ein Tier, das sich allerdings nicht zeigt. Und schließlich sogar das weiße Schwanzbüschel eines davonspringenden Rehs. Assil fasst solche Momente in treffsichere Worte: „Ein schnelles Verschwinden im Grün.“ – „Ein Rascheln, das plötzlich verstummt.“
Zum genauen Hinsehen animieren auch die stimmungsvollen Fotos des reich bebilderten Buches, von herbstlichen Panoramaaufnahmen über einen Fuchs beim Mäusesprung bis hin zu Nahaufnahmen verschiedener Vögel. Ich bin schon gespannt auf den Herbst. Hier widmet sich Assil den Pilzen, dem Rot- und Rehwild. Und wer die Winteraufnahmen sieht, kann sich darauf freuen, die feinen Strukturen von Ästen und Rinden unter Eis und Raureif zu entdecken. Dabei ist das Buchformat ein weiterer Pluspunkt. Es ist handlich genug, um es in einem kleinen Rucksack oder Beutel bei sich zu tragen. Die Seiten lassen sich bei Bedarf schnell durchblättern auf der Suche nach der Information, die gerade benötigt wird. Noch spreche ich nicht Wald. Aber dank Hannah Assil höre ich besser auf das, was der Wald mir zu sagen hat. Mir hat der Praxistest gezeigt, dass ihr Konzept funktioniert. Deshalb kann ich das Buch allen empfehlen, die den Wald mit anderen Augen sehen möchten.