Schmerzhaft gut: Mutmachendes Jugendbuch über Fettshaming und Mobbing
„Starfish“ von Lisa Fipps ist schon jetzt eines meiner diesjährigen (Jugenbuch) Highlights!
Die elfjährige Ellie liebt Schwimmen und das Wasser, sie hat eine beste Freundin namens Viv. Doch ihr Alltag ist geprägt von Mobbing und Bodyshaming – durch ihre Klassenkamerad*innen, aber auch durch ihre Mutter, die sie zu einer Diät nach der anderen zwingt. Und ihre Geschwister ärgern sie auch ständig wegen ihres Gewichts; seit Jahren nennen sie alle nur bei einem fiesen Spitznamen, der ihr von ihrer Schwester verpasst wurde:
„Ich wünschte, ich könnte jedem sagen,
wie ich mich damals gefühlt habe —
gedemütigt,
wütend,
tieftraurig.
Doch jedes Mal, wenn ich versuche, für mich einzustehen,
bleiben mir die Worte im Hals stecken
wie ein riesiger Klumpen Erdnussbutter.
Und selbst wenn die Leute mir
ausnahmsweise einmal zuhören würden,
würden sie mich bloß anfauchen:
‚Wenn du nicht geärgert werden willst,
nimm halt ab.‘“
Als ihre Freundin Viv weit wegziehen muss, ist das sehr hart für sie, auch wenn sie weiterhin in Kontakt bleiben. Zum Glück findet sie im Nachbarsmädchen Catalina eine weitere echte Freundin.
Doch es ist ein langer und schwerer Weg für Ellie, sich gegen den Hass und das Mobbing zu wehren und für sich selbst einzustehen.
„Der Pool ist immer
mein Zufluchtsort gewesen
in dieser von Fett besessenen Welt.
Deshalb bin ich jeden Morgen geschwommen
und habe versucht, mir das Gefühl
den Tag über zu bewahren.
Doch wenn ich aus der Schule kam,
spürte ich jedes Kilo
plus das zusätzliche Gewicht der Scham,
wegen all der fiesen Kommentare
und gemeinen Aktionen.
Der Pool hat mir geholfen, all das zu vergessen.
Ab heute soll der Pool noch mehr sein,
nämlich ein Ort,
an dem ich mich ausdrücken kann.
Während ich mich treiben lasse,
breite ich meine Arme und Beine aus
und werde zum Seestern,
beanspruche so viel Raum,
wie ich will.“
Wow, was für ein großartiges Buch!
Das Buch tut beim Lesen weh, auf zweifache Weise: Weil ich mit Ellie, diesem mutigen und klugen Mädchen, so sehr mitfühlen konnte bei all den Verletzungen, die sie erleiden musste.
„Ich verrate ihr nicht,
dass meine blauen Flecken
weniger schmerzen
als die Worte,
die sie zu mir gesagt haben.
Und dass es Wunden gibt, die man nicht sehen kann.“
Vor allem das Verhalten von Ellies Mutter hat mir (selbst Mutter) sehr weh getan - daher gebe ich meine Empfehlung auch an Erwachsene, das Buch zu lesen:
„‘Ich habe keinen Spiegel mehr,
seit meine Mom mich gezwungen hat,
mich darin zu betrachten,
während sie auf alles gezeigt hat,
was an meinem Körper falsch ist.‘“
Zum anderen ist das Buch einfach schmerzhaft gut, weil es so unfassbar klug und wichtig ist!
„Mrs Boardman bittet mich, ein Beispiel dafür zu nennen,
was es bedeutet, sein eigenes Lied zu singen.
‚Na ja, viele Leute tun einfach das,
was andere tun, ohne darüber nachzudenken
oder ihre eigene Meinung zu sagen.‘
Ich schaue Kortnee in die Augen.
‚Dabei ist es okay, anders zu sein.
Wir alle sind anders als andere.
Und im Grunde möchten wir einfach nur
so akzeptiert werden, wie wir sind.
Doch leider verstellen sich viele Menschen,
um dazuzugehören.‘“
Ich hoffe, das Buch findet viele Leser*innen aller Altersklassen – mich hat es sehr berührt und bewegt!
Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Die elfjährige Ellie liebt Schwimmen und das Wasser, sie hat eine beste Freundin namens Viv. Doch ihr Alltag ist geprägt von Mobbing und Bodyshaming – durch ihre Klassenkamerad*innen, aber auch durch ihre Mutter, die sie zu einer Diät nach der anderen zwingt. Und ihre Geschwister ärgern sie auch ständig wegen ihres Gewichts; seit Jahren nennen sie alle nur bei einem fiesen Spitznamen, der ihr von ihrer Schwester verpasst wurde:
„Ich wünschte, ich könnte jedem sagen,
wie ich mich damals gefühlt habe —
gedemütigt,
wütend,
tieftraurig.
Doch jedes Mal, wenn ich versuche, für mich einzustehen,
bleiben mir die Worte im Hals stecken
wie ein riesiger Klumpen Erdnussbutter.
Und selbst wenn die Leute mir
ausnahmsweise einmal zuhören würden,
würden sie mich bloß anfauchen:
‚Wenn du nicht geärgert werden willst,
nimm halt ab.‘“
Als ihre Freundin Viv weit wegziehen muss, ist das sehr hart für sie, auch wenn sie weiterhin in Kontakt bleiben. Zum Glück findet sie im Nachbarsmädchen Catalina eine weitere echte Freundin.
Doch es ist ein langer und schwerer Weg für Ellie, sich gegen den Hass und das Mobbing zu wehren und für sich selbst einzustehen.
„Der Pool ist immer
mein Zufluchtsort gewesen
in dieser von Fett besessenen Welt.
Deshalb bin ich jeden Morgen geschwommen
und habe versucht, mir das Gefühl
den Tag über zu bewahren.
Doch wenn ich aus der Schule kam,
spürte ich jedes Kilo
plus das zusätzliche Gewicht der Scham,
wegen all der fiesen Kommentare
und gemeinen Aktionen.
Der Pool hat mir geholfen, all das zu vergessen.
Ab heute soll der Pool noch mehr sein,
nämlich ein Ort,
an dem ich mich ausdrücken kann.
Während ich mich treiben lasse,
breite ich meine Arme und Beine aus
und werde zum Seestern,
beanspruche so viel Raum,
wie ich will.“
Wow, was für ein großartiges Buch!
Das Buch tut beim Lesen weh, auf zweifache Weise: Weil ich mit Ellie, diesem mutigen und klugen Mädchen, so sehr mitfühlen konnte bei all den Verletzungen, die sie erleiden musste.
„Ich verrate ihr nicht,
dass meine blauen Flecken
weniger schmerzen
als die Worte,
die sie zu mir gesagt haben.
Und dass es Wunden gibt, die man nicht sehen kann.“
Vor allem das Verhalten von Ellies Mutter hat mir (selbst Mutter) sehr weh getan - daher gebe ich meine Empfehlung auch an Erwachsene, das Buch zu lesen:
„‘Ich habe keinen Spiegel mehr,
seit meine Mom mich gezwungen hat,
mich darin zu betrachten,
während sie auf alles gezeigt hat,
was an meinem Körper falsch ist.‘“
Zum anderen ist das Buch einfach schmerzhaft gut, weil es so unfassbar klug und wichtig ist!
„Mrs Boardman bittet mich, ein Beispiel dafür zu nennen,
was es bedeutet, sein eigenes Lied zu singen.
‚Na ja, viele Leute tun einfach das,
was andere tun, ohne darüber nachzudenken
oder ihre eigene Meinung zu sagen.‘
Ich schaue Kortnee in die Augen.
‚Dabei ist es okay, anders zu sein.
Wir alle sind anders als andere.
Und im Grunde möchten wir einfach nur
so akzeptiert werden, wie wir sind.
Doch leider verstellen sich viele Menschen,
um dazuzugehören.‘“
Ich hoffe, das Buch findet viele Leser*innen aller Altersklassen – mich hat es sehr berührt und bewegt!
Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚