Super ideen, teils nicht ganz ausgereift
3,5 Sterne
Starminster hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich gleichzeitig teils das Gefühl hatte, dass es etwas zu viel wollte. So werden durchaus Komplexe Themen zu Moral aufgegriffen, die dann aber teils recht schnell einfach aufgelöst werden, oder den Lesenden ein wenig hängen lassen, und ich kann aktuell gar nicht einschätzen, ob ich das Buch für Kinder an der Stelle so geeignet fände. Hängt vermutlich stark vom Kind ab.
Ich habe aber eindeutig gemerkt, dass sich bei der Geschichte viel Mühe gegeben wird, es werden auch viele Themen aufgegriffen (wie Gleichberechtigung und Ungleichbehandlung, Ausschluss, Diskriminierung von Minderheiten, und selbst solche Themen wie dass Städte nicht immer für alle Personen gleich zugänglich gemacht sind), was ich persönlich einerseits richtig cool fand, andererseits hatte ich in einem so kurzen Buch aber auch teils das Gefühl, dass das dem ganzen gar nicht gerecht werden kann.
Die Geschichte selbst hat mir gut gefallen, sie war zwar recht simpel und schnell zu durchschauen aber nicht so geschrieben, als würde man davon ausgehen, dass die Lesenden gar nicht begreifen, die Figuren waren großteils liebenswürdig (auch wenn ich mir hier manchmal etwas mehr Differenziertheit gewünscht hätte, statt nur so nebenbei) und das einzige, was mir tatsächlich grundsätzlich nicht gefallen hat war der Umgang von Astrids Kindheit in Gefangenschaft. Also das Buch benennt es zwar durchaus als solches, aber scheint es nicht so zu behandeln? Das Kind hat Jahre in einem Schuppen eingesperrt gelebt, und jetzt soll ich mir sagen lassen, dass das keine bleibenden Schäden hinterlassen hat? Da hätte es mir wirklich so 100 Seiten mehr an Aufarbeitung geben müssen, und fand ich für die Kürze dieses Buches ein wirklich sehr schweres Thema. Besonders die "Auflösung" und "Begründung" dazu am Ende ist einfach ... nein. Ich verstehe, dass Astrid das Kind ihrer Mutter ist, aber als pädagogische Fachkraft: das ist Kindeswohlgefährdung auf höchstem Niveau, und irgendwer muss sie da bitte rausholen. (Okay, ist ja mit dem Buch auch passiert, aber halt mehr als das, finde ich.)
Was aber nichts daran ändert, dass das Buch mir großteils sehr gefallen hat, und ich auch gespannt bin, was da noch kommen wird, und vielleicht habe ich ja sogar Glück, und wir kriegen noch ein bisschen mehr was zu den Problemen, die Astrid hat? Ich glaube zwar nicht zwingend dran, aber bei so vielen ernsten Themen im Buch hätte ich trotzdem irgendwie die Hoffnung, dass auch das noch etwas mehr aufgegriffen wird, als das bisher der Fall war.
Alles in allem durchaus unterhaltsam, und eine spannende Welt mit guten Ideen, eventuell aber nicht ganz ab 11 geeignet, und ein wenig mehr Auseinandersetzung und differenzierte Auseinandersetzung mit ernsten Themen, wenn man sie denn schon einbringt, wäre wünschenswert gewesen.
Starminster hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich gleichzeitig teils das Gefühl hatte, dass es etwas zu viel wollte. So werden durchaus Komplexe Themen zu Moral aufgegriffen, die dann aber teils recht schnell einfach aufgelöst werden, oder den Lesenden ein wenig hängen lassen, und ich kann aktuell gar nicht einschätzen, ob ich das Buch für Kinder an der Stelle so geeignet fände. Hängt vermutlich stark vom Kind ab.
Ich habe aber eindeutig gemerkt, dass sich bei der Geschichte viel Mühe gegeben wird, es werden auch viele Themen aufgegriffen (wie Gleichberechtigung und Ungleichbehandlung, Ausschluss, Diskriminierung von Minderheiten, und selbst solche Themen wie dass Städte nicht immer für alle Personen gleich zugänglich gemacht sind), was ich persönlich einerseits richtig cool fand, andererseits hatte ich in einem so kurzen Buch aber auch teils das Gefühl, dass das dem ganzen gar nicht gerecht werden kann.
Die Geschichte selbst hat mir gut gefallen, sie war zwar recht simpel und schnell zu durchschauen aber nicht so geschrieben, als würde man davon ausgehen, dass die Lesenden gar nicht begreifen, die Figuren waren großteils liebenswürdig (auch wenn ich mir hier manchmal etwas mehr Differenziertheit gewünscht hätte, statt nur so nebenbei) und das einzige, was mir tatsächlich grundsätzlich nicht gefallen hat war der Umgang von Astrids Kindheit in Gefangenschaft. Also das Buch benennt es zwar durchaus als solches, aber scheint es nicht so zu behandeln? Das Kind hat Jahre in einem Schuppen eingesperrt gelebt, und jetzt soll ich mir sagen lassen, dass das keine bleibenden Schäden hinterlassen hat? Da hätte es mir wirklich so 100 Seiten mehr an Aufarbeitung geben müssen, und fand ich für die Kürze dieses Buches ein wirklich sehr schweres Thema. Besonders die "Auflösung" und "Begründung" dazu am Ende ist einfach ... nein. Ich verstehe, dass Astrid das Kind ihrer Mutter ist, aber als pädagogische Fachkraft: das ist Kindeswohlgefährdung auf höchstem Niveau, und irgendwer muss sie da bitte rausholen. (Okay, ist ja mit dem Buch auch passiert, aber halt mehr als das, finde ich.)
Was aber nichts daran ändert, dass das Buch mir großteils sehr gefallen hat, und ich auch gespannt bin, was da noch kommen wird, und vielleicht habe ich ja sogar Glück, und wir kriegen noch ein bisschen mehr was zu den Problemen, die Astrid hat? Ich glaube zwar nicht zwingend dran, aber bei so vielen ernsten Themen im Buch hätte ich trotzdem irgendwie die Hoffnung, dass auch das noch etwas mehr aufgegriffen wird, als das bisher der Fall war.
Alles in allem durchaus unterhaltsam, und eine spannende Welt mit guten Ideen, eventuell aber nicht ganz ab 11 geeignet, und ein wenig mehr Auseinandersetzung und differenzierte Auseinandersetzung mit ernsten Themen, wenn man sie denn schon einbringt, wäre wünschenswert gewesen.