Aussteigen mit Charme
Die Protagonistin Sophie tut, womit ich schon lange geliebäugelt habe und mich nie traue. Sie steckt in ihrem Alltag fest und trifft eines Tages eine ungewöhnliche und zugleich bedeutsame Spontanentscheidung. Sie kauft im Internet für wenig Geld ein altes, verfallenes Haus in der ostdeutschen Provinz. Der Weg dorthin und die ersten Eindrücke unterscheiden sich gravierend von Sophies alltäglichen Erlebnissen. Es eröffnet sich eine neue Welt im Nirgendwo.
Als Sophie sich mit dem Haus beschäftigt, merkt sie schnell, was hier alles fehlt und dass die Renovierung schwieriger ist als erwartet. Die Arbeiten lassen sich nicht so einfach erledigen, wie es in YouTube-Videos aussieht. Sie muss sich mit praktischen Problemen auseinandersetzen, von deren Existenz sie zuvor nichts wusste und über die sie bisher nie nachdenken musste. Leben ohne Strom, das Streichen der Wände, das Schleifen des Bodens. Wo legt man sich am besten zum Schlafen, wo wacht man am besten auf, wie ordnet man die Geräusche richtig ein und viele neue Entscheidungen warten auf sie. Vor allem aber ist Sophie damit allein.
Mit der Zeit gewöhnt sie sich an die Stille und die fremde Umgebung. Durch die Arbeit am Haus erfährt sie, was es bedeutet, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen. Sie versucht sich im Gartenbau und im Umgang mit Tieren. Nach dem DIY-Prinzip, durch Ausprobieren und Learning on the Job, erschließt sie sich Schritt für Schritt ihr neues Leben. Mit jedem selbst bewältigten Problem wächst ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Aus kleinen Erfolgen entsteht ein neues Selbstverständnis. Eines, das weniger auf äußeren Erwartungen als auf eigener Erfahrung beruht, eine selfmade-Sinnstiftung entsteht.
Gleichzeitig hat Sophie mehr Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Sie hinterfragt die Vorstellungen, die andere Menschen von ihrer Zukunft haben, und beschäftigt sich mit ihren eigenen Wünschen. Durch den spontanen Hauskauf und die Herausforderungen bei der Renovierung entfernt sie sich Schritt für Schritt von ihrem bisherigen Alltag. Sie erkennt, dass sie nicht einfach den Erwartungen anderer folgen muss, sondern selbst herausfinden darf, was sie glücklich macht. Und die passenden Entscheidungen zu treffen, ist schwerer als dem bisherigen Trott aus Uni und Karriere willenlos zu folgen.
Mit feinem Humor, der Leichtigkeit einer unaufgeregten Erzählerin und spürbarer Zuneigung zu ihrer Protagonistin schreibt Anna Katharina Scheidemantel ein lesenswertes Buch. Die Geschichte entfaltet eine entschleunigende Wirkung und liest sich wie eine wohltuende Auszeit vom alltäglichen Trubel. Dabei geht es nicht um die romantische Vorstellung, dass anderswo alles besser wäre. Vielmehr zeigt sich, wie ein veränderter Alltag den Blick auf das eigene Leben verschieben kann. Beim Lesen wird mir klar, dass ich Sophies Entwicklung auf meine eigene Weise bereits erlebt und meine persönliche Lösung gefunden habe. So wie Sophie am Ende auch.
Ein Buch für alle, die sich im alltäglichen Wahnsinn gefangen fühlen, unermüdlich im Hamsterrad kreisen und von einer Auszeit träumen. Für alle, die sich fragen, ob das Leben auch anders aussehen könnte und die sich daran erinnern lassen möchten, dass es manchmal einen mutigen Schritt braucht, um es herauszufinden. Wer Geschichten über Selbstfindung, Veränderung und alternative Lebensentwürfe schätzt, dürfte einen Zugang zu dem Buch finden. Seine literarische Wirkung hängt dabei wesentlich davon ab, wie differenziert Sophies Entwicklung erzählt wird.
Als Sophie sich mit dem Haus beschäftigt, merkt sie schnell, was hier alles fehlt und dass die Renovierung schwieriger ist als erwartet. Die Arbeiten lassen sich nicht so einfach erledigen, wie es in YouTube-Videos aussieht. Sie muss sich mit praktischen Problemen auseinandersetzen, von deren Existenz sie zuvor nichts wusste und über die sie bisher nie nachdenken musste. Leben ohne Strom, das Streichen der Wände, das Schleifen des Bodens. Wo legt man sich am besten zum Schlafen, wo wacht man am besten auf, wie ordnet man die Geräusche richtig ein und viele neue Entscheidungen warten auf sie. Vor allem aber ist Sophie damit allein.
Mit der Zeit gewöhnt sie sich an die Stille und die fremde Umgebung. Durch die Arbeit am Haus erfährt sie, was es bedeutet, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen. Sie versucht sich im Gartenbau und im Umgang mit Tieren. Nach dem DIY-Prinzip, durch Ausprobieren und Learning on the Job, erschließt sie sich Schritt für Schritt ihr neues Leben. Mit jedem selbst bewältigten Problem wächst ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Aus kleinen Erfolgen entsteht ein neues Selbstverständnis. Eines, das weniger auf äußeren Erwartungen als auf eigener Erfahrung beruht, eine selfmade-Sinnstiftung entsteht.
Gleichzeitig hat Sophie mehr Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Sie hinterfragt die Vorstellungen, die andere Menschen von ihrer Zukunft haben, und beschäftigt sich mit ihren eigenen Wünschen. Durch den spontanen Hauskauf und die Herausforderungen bei der Renovierung entfernt sie sich Schritt für Schritt von ihrem bisherigen Alltag. Sie erkennt, dass sie nicht einfach den Erwartungen anderer folgen muss, sondern selbst herausfinden darf, was sie glücklich macht. Und die passenden Entscheidungen zu treffen, ist schwerer als dem bisherigen Trott aus Uni und Karriere willenlos zu folgen.
Mit feinem Humor, der Leichtigkeit einer unaufgeregten Erzählerin und spürbarer Zuneigung zu ihrer Protagonistin schreibt Anna Katharina Scheidemantel ein lesenswertes Buch. Die Geschichte entfaltet eine entschleunigende Wirkung und liest sich wie eine wohltuende Auszeit vom alltäglichen Trubel. Dabei geht es nicht um die romantische Vorstellung, dass anderswo alles besser wäre. Vielmehr zeigt sich, wie ein veränderter Alltag den Blick auf das eigene Leben verschieben kann. Beim Lesen wird mir klar, dass ich Sophies Entwicklung auf meine eigene Weise bereits erlebt und meine persönliche Lösung gefunden habe. So wie Sophie am Ende auch.
Ein Buch für alle, die sich im alltäglichen Wahnsinn gefangen fühlen, unermüdlich im Hamsterrad kreisen und von einer Auszeit träumen. Für alle, die sich fragen, ob das Leben auch anders aussehen könnte und die sich daran erinnern lassen möchten, dass es manchmal einen mutigen Schritt braucht, um es herauszufinden. Wer Geschichten über Selbstfindung, Veränderung und alternative Lebensentwürfe schätzt, dürfte einen Zugang zu dem Buch finden. Seine literarische Wirkung hängt dabei wesentlich davon ab, wie differenziert Sophies Entwicklung erzählt wird.