Ein Buch wie ein Wohlfühlort

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mondscheinsonate Avatar

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Auf „Statt aus dem Fenster zu schauen“ war ich schon seit der Frankfurter Buchmesse total gespannt, weil mich die Leseprobe sofort für sich eingenommen hat.

Sophie fühlt sich in ihrem Leben gefangen. Eigentlich macht sie alles auf die Art und Weise richtig, wie es von ihr erwartet wird: Sie geht auf eine gute Uni, absolviert das für ihren Lebenslauf passende Praktikum und ist auf dem besten Weg, es zu „schaffen“. Doch was bedeutet das eigentlich? Und ist es wirklich das, was sie möchte?

In „Statt aus dem Fenster zu schauen“ macht Sophie das, wovon einige von uns bestimmt schon einmal geträumt haben – sie kehrt ihrem bisherigen Leben den Rücken und wagt etwas komplett Neues. So wird das verfallene Haus in der ostdeutschen Provinz aus einem Inserat auf Kleinanzeigen zu ihrem neuen Zuhause. Zwischen weiten Wiesen und wenig Kontakt zu anderen Menschen hat Sophie nun viel Zeit, mit sich allein zu sein und einen Raum zu schaffen, in dem sie fernab der Erwartungen anderer Menschen existieren kann.

Das Buch hat sich dabei auch für mich selbst wie eine Atempause angefühlt. Es gab so viele entschleunigende Momente, die man gemeinsam mit Sophie erleben durfte. Wenn sie die ersten Tage in ihrem Haus verbringt, ganz ohne Strom, das Handy zur Seite gelegt und die Geräusche der Natur im Ohr. Sie beschäftigt sich lediglich mit ihren eigenen Gedanken – etwas, das gänzlich ungewohnt ist, da wir in unserem Alltag doch eigentlich unzählige Ablenkungen und Erledigungen haben.

Nach und nach lebt sie sich in ihre neue, ungewohnte Umgebung ein, macht neue Bekanntschaften und verbringt ihre Zeit damit, Dielen abzuschleifen oder sich über den Anbau von Kartoffeln und Tomaten einzulesen.

Das Erzähltempo ist dabei ähnlich ruhig wie die Geschichte selbst, und gerade deshalb hat es mir so viel Freude gemacht, Sophie über die Seiten hinweg zu begleiten.

„Statt aus dem Fenster zu schauen“ lässt uns gemeinsam mit Sophie einen Neuanfang wagen und eine Erzählung erleben, die gerade durch ihre ruhigen Momente besticht. Dadurch wird eine Charakterentwicklung vorangetrieben, die einfühlsam sowie nachvollziehbar dargestellt ist.
Ich kann das Buch aus vollstem Herzen empfehlen!