Erwachsenwerden

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Sophie absolviert ein Praktikum. Doch nachdem bei ihr bisher immer alles lief, steckt sie fest und statt voller Motivation durchzustarten, schaut Airbags dem Fester und folgt einer spontanen Eingebung. Sie kauft ein Haus, für rund 3.000 EUR im abgelegenen Günderode im Osten Deutschlands. Spontan packt sie das nötigste, verlässt ihre WG und zieht um. Das Haus ist in keinem guten Zustand, der Ort winzig, das Handynetz miserabel. Mit kleinen Schritten arbeitet Sophie sich voran, macht es wohnlich und pflanzt Gemüse an. Sie nimmt einen Job als Kellnerin an, um über die Runden zu kommen und macht mit den Einwohnern ihre eigenen Erfahrungen. Das alte Leben versucht sie von sich weg zu lassen.

Mit Mitte 20 kann man Experimente wagen - und genau das macht Sophie. Einfach raus, nur sich selbst gegenüber verpflichtet, etwas Neues probieren, mit eigenen Händen erschaffen. Sophie wächst daran. Und mir hat es Spaß gemacht, sie dabei zu begleiten. Anfangs fragte ich mich zwar oft, wie naiv das ganze eigentlich ist. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, würde ich auch manches Mal einfach hinschmeißen und ein paar Wochen Auszeit nur mit mir allein verbringen. Doch irgendwann ist man in dem Hamsterrad - Job,Familie, Verpflichtungen… daher konnte ich Sophies Weg nach einer Weile immer mehr nachvollziehen. Es hat etwas romantisches und gleichzeitig bodenständiges, sich auf ein derart einfaches und abgeschiedenes Leben einzulassen. Eine lesenswerte Geschichte über das Zu-sich-Finden, erwachsen werden, ankommen im Leben. An manchen Stellen hätte es durchaus straffer sein können und der Schwenk zum Rechtsradikalismus in Ostdeutschland wirkte mir dann fast ein wenig klischeehaft. Insgesamt aber ein gutes Buch, welches als Hörbuch gut zu verfolgen war.