Eskapismus

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liselotte.karotte Avatar

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Der Roman begleitet Sophie, die ihr Leben hinter sich lässt und spontan ein altes Haus in Brandenburg kauft. Statt großer Handlung steht ihre innere Reise im Mittelpunkt: Zweifel, Stillstand, kleine Fortschritte und die Frage, wie man eigentlich leben möchte. Die Sprache ist ruhig, atmosphärisch und sehr nah an ihren Gedanken.
Viele Szenen entschleunigen, manche Gedanken treffen sofort, andere drehen sich etwas im Kreis. Die Autorin beschreibt Sophies Innenwelt sehr feinfühlig und mit einer Portion Selbstironie.
Die Renovierungsversuche sind überraschend unterhaltsam, auch wenn sie stellenweise romantisiert wirken. Einige Nebenfiguren bleiben eher klischeehaft, und nicht jede Entwicklung sitzt. Trotzdem trägt die Sprache viel: klar, bildhaft, manchmal poetisch, aber immer gut lesbar.
Ein ruhiger, introspektiver Roman, der weniger Antworten gibt als Raum zum Nachdenken. Perfekt für alle, die leise Geschichten mögen, die einen für einen Moment aus dem Alltag holen. Nicht fehlerlos, aber berührend und atmosphärisch stark.