für mich ein absolutes Highlight

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„Statt aus dem Fenster zu schauen“ von Anna Katharina Scheidemantel , erschienen im @polarverlag , war ein Buch ganz nach meinem Geschmack, obwohl ich mit 68 Jahren ganz bestimmt nicht zur Zielgruppe der Lesenden gehöre.

Sophie, Mitte 20, hat ein Einserabi gemacht und nach Vorstellung ihrer Eltern und Freunde, stehen ihr damit alle Möglichkeiten in der Zukunft offen. Sie studiert und absolviert gerade ein Praktikum, doch ihre Stimmung auf der Zufriedenheitsskala tendiert eher nach unten , als nach oben. Irgendwie stellt sie das was sie da macht, Zahlenkolonnen von rechts nach links zu verschieben , als Zukunftsvision stark infrage. Als ihr auf einer Onlineplattform eine Anzeige ins Auge fällt, die ein renovierungsbedürftiges Haus in der ostdeutschen Provinz für 3000 Euro anbietet, denkt sie nicht weiter nach und kauft es. Ein Spontankauf , für den sie sich im Nachhinein für völlig verrückt hält. Trotzdem packt sie ihren Rucksack, schnappt sich ihr Fahrrad und startet per Bahn gen Osten.

Dieses Buch zu lesen war überraschend , wohltuend und einfach nur toll.

Wir begleiten Sophie bei ihrem „Ausstieg“ und ihrem Abenteuer ein heruntergekommendes Haus soweit gemütlich und bewohnbar zu machen und das mit minimalsten Mittel, daß sie sich dort wohl fühlt. Zu Anfang auch ohne Verbindung zur Außenwelt, beginnt Sophie nach und nach das Haus und den Garten zu erobern und merkt, dass die Arbeiten, Dielen abschleifen, Wände streichen, Kartoffeln pflanzen usw, sie zufrieden machen und einen Sinn geben.Sie lernt mit sich allein zu sein, ohne große Ablenkung, ganz auf sich und das Wesentliche beschränkt und gewinnt dabei immer mehr an Klarheit, was sie will und wohin ihr Weg führen soll.

Diese Geschichte wird dabei so humorvoll erzählt, dass ich häufig laut lachen musste und die Geschichte mich immer mehr in ihren Bann gezogen hat. Ich war sehr traurig als das Buch endete und habe noch lange über dieses Buch nachgedacht und tue es noch immer.
Eigentlich sollte man jedem jungen Menschen wünschen so eine Möglichkeit zu haben ,sich aus dem Hamsterrad verabschieden zu können, sich auf sich, auf das was man kann, auch wenn man sich dies vorher nicht wusste, zu besinnen und Klarheit und Stärke zu gewinnen. Das ist oft in unserem Alltag nicht möglich und eine Auszeit , fernab allen Trubels ist da sicher ein großer Gewinn für sich und seine Persönlichkeit.
Sophie merkt jedenfalls , dass eine Verrücktheit genau dahin geführt hat.

Dieses Buch bekommt von mir eine riesen große Leseempfehlung nicht nur wegen der humorvollen Schilderungen des Landlebens und der wirklich herausragenden Sprache, die mich das Buch genießen ließen, sondern auch wegen des überzeugenden Inhalts.