Lädt zum Innehalten ein

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
laudibooks_ Avatar

Von

Darum geht es:
Sophie funktioniert. Im Studium, im Praktikum, in einem Leben, das nach außen sinnvoll aussieht und sich für sie trotzdem leer anfühlt. Alle glauben an ihre Zukunft, nur sie selbst hat keine Vorstellung davon, wie diese aussehen soll.
Als sie impulsiv ein heruntergekommenes Haus in der ostdeutschen Provinz kauft, lässt sie die vertraute Ordnung hinter sich. Zwischen bröckelnden Wänden, endlosen Feldern und der ungewohnten Stille geraten ihre bisherigen Gewissheiten ins Wanken. Fern von den Erwartungen anderer beginnt Sophie, sich zum ersten Mal ernsthaft zu fragen, wie sie eigentlich leben möchte.

Mein Leseeindruck:
Dieses Cover ist wirklich ein absoluter Blickfang. Ich habe es gesehen und war sofort schockverliebt. Es transportiert genau diese ruhige, warme und gleichzeitig nachdenkliche Stimmung, die sich später auch in der Geschichte wiederfindet.

Auch der Einstieg ist mir unheimlich leicht gefallen. Der Schreibstil liest sich flüssig, angenehm und stellenweise fast ein wenig poetisch, ohne dabei zu schwer zu wirken. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte einfach weiterlesen.

Besonders gut gefallen hat mir die Botschaft des Romans. Es geht um die Frage, was Glück eigentlich für einen selbst bedeutet und wie schnell man sich im Alltag, in Erwartungen und im ständigen Funktionieren verlieren kann. Die Geschichte erinnert immer wieder daran, innezuhalten und nicht permanent erreichbar sein zu müssen. Smartphone, Internet und dieser ganze technische Dauerlärm rücken plötzlich in den Hintergrund und machen Platz für Ruhe, Gedanken und echte Selbstreflexion.

Beim Lesen musste ich tatsächlich oft an mein eigenes Leben denken. Viele Gedanken und Gefühle aus dem Buch wirken noch lange nach und genau das macht diese Geschichte für mich so besonders.

a bleibt viel hängen, auch nachdem man das Buch längst zugeschlagen hat.

Mit Sophie selbst hat es bei mir ein wenig gebraucht. Ich konnte ihre Gedanken und Entscheidungen zwar gut nachvollziehen, hatte aber nicht durchgehend das Gefühl einer wirklichen Nähe zu ihr. Auch manche Entwicklungen rund um den Hauskauf wirkten auf mich stellenweise etwas sehr zugespitzt. Insgesamt hat das meiner Begeisterung für die Geschichte aber keinen Abbruch getan.

Denn die Grundidee und vor allem die Message hinter dem Roman finde ich wirklich großartig. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und hat mir viele schöne Lesestunden bereitet.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der lange nachhallt und zum Innehalten einlädt.