Überraschend unterhaltsame Sinnsuche
In einem Anflug von Desillusion und Langeweile während ihres Praktikums kauft Sophie auf Kleinanzeigen für einen Spottpreis ein Haus in Brandenburg. Schon auf dem Weg aus ihrer Studien-WG in München in den (fiktiven) Ort Günderode plagen sie die Zweifel. Vor Ort angekommen stellt sich das Haus als Bruchbude heraus und Sophie bekommt Angst vor der eigenen Courage. Doch gleichzeitig möchte sie nicht zurück in ihren Alltag und hadert mit den Erwartungen, die ihr Umfeld an sie hat. Deswegen sagt sie auch niemandem, wo sie sich aktuell aufhält. Und so pendelt sie zwischen Versteckspiel und Dorfleben. Tagsüber versucht sie mit kleinem Budget das Haus zu renovieren, doch auch mit DIY-Videos von YouTube gestaltet sich das schwieriger als gedacht. Sobald das Tageslicht schwindet, stellt sich Sophie die großen Fragen des Lebens. Was möchte sie mit ihrem Leben anfangen und wird sie das Haus behalten?
Ich war von diesem Buch absolut positiv überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass ein Buch mit dem Thema der Sinnsuche so kurzweilig wird. Anstatt schwermütiger Self-Awareness-Arbeit reflektiert Sophie witzig-selbstironisch ihre Fehler, aber auch die Erwartungen ihres Umfelds. Die Situation ist skurril, aber die Emotionen sind sehr authentisch beschrieben (wie beispielsweise Sophies Angst während der ersten Nächte). Zudem fand ich selten irgendeine Art von Renovierungsarbeit so spannend wie Sophie dabei zu begleiten, wie sie ohne jegliches handwerkliches Talent daran arbeitet, ihr verfallenes Landhaus bewohnbar zu machen. Gleichzeitig sind ihre Renovierungsarbeiten, wie beispielsweise das Wändestreichen, sehr meditativ, aber nie langweilig beschrieben. Und doch möchte man ihr manchmal zurufen, dass sie sich vielleicht Expertenwissen zum Renovieren holen und ihre Wände erst einmal gegen Schimmel behandeln sollte. Außerdem habe ich ein wenig darauf gewartet, dass Sophie einen Vlog aus ihrem Landleben macht. Das wäre zumindest eine Idee für ein Einkommen gewesen. Stattdessen sitzt sie zumeist allein mit ihren Gedanken in einem Funkloch. Und gleichzeitig lernt sie doch das Landleben und seine Charaktere kennen. Am Ende war mir Sophie ans Herz gewachsen, ich habe mich mit ihr über ihre Erfolge gefreut und inständig gehofft, dass sie am Ende die richtige Entscheidung trifft. Der Erzählstil hat mich durchweg gefesselt und die Bilder und Gleichnisse fand ich sehr gelungen. Die Autorin hat Situationen geschickt genutzt, um die tiefgründigeren Gedanken zu platzieren. Am Ende hatte ich ein sehr kurzweiliges Leseerlebnis, das gleichzeitig auf lockere Weise die großen Fragen des jungen Erwachsenenlebens stellt und sich abseits der klischeehaften Selbstfindungstrips bewegt. Wer hätte gedacht, dass eine Geschichte über eine Bruchbude in Brandenburg und die Suche nach dem Sinn im Leben so unterhaltsam sein kann?
Ich war von diesem Buch absolut positiv überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass ein Buch mit dem Thema der Sinnsuche so kurzweilig wird. Anstatt schwermütiger Self-Awareness-Arbeit reflektiert Sophie witzig-selbstironisch ihre Fehler, aber auch die Erwartungen ihres Umfelds. Die Situation ist skurril, aber die Emotionen sind sehr authentisch beschrieben (wie beispielsweise Sophies Angst während der ersten Nächte). Zudem fand ich selten irgendeine Art von Renovierungsarbeit so spannend wie Sophie dabei zu begleiten, wie sie ohne jegliches handwerkliches Talent daran arbeitet, ihr verfallenes Landhaus bewohnbar zu machen. Gleichzeitig sind ihre Renovierungsarbeiten, wie beispielsweise das Wändestreichen, sehr meditativ, aber nie langweilig beschrieben. Und doch möchte man ihr manchmal zurufen, dass sie sich vielleicht Expertenwissen zum Renovieren holen und ihre Wände erst einmal gegen Schimmel behandeln sollte. Außerdem habe ich ein wenig darauf gewartet, dass Sophie einen Vlog aus ihrem Landleben macht. Das wäre zumindest eine Idee für ein Einkommen gewesen. Stattdessen sitzt sie zumeist allein mit ihren Gedanken in einem Funkloch. Und gleichzeitig lernt sie doch das Landleben und seine Charaktere kennen. Am Ende war mir Sophie ans Herz gewachsen, ich habe mich mit ihr über ihre Erfolge gefreut und inständig gehofft, dass sie am Ende die richtige Entscheidung trifft. Der Erzählstil hat mich durchweg gefesselt und die Bilder und Gleichnisse fand ich sehr gelungen. Die Autorin hat Situationen geschickt genutzt, um die tiefgründigeren Gedanken zu platzieren. Am Ende hatte ich ein sehr kurzweiliges Leseerlebnis, das gleichzeitig auf lockere Weise die großen Fragen des jungen Erwachsenenlebens stellt und sich abseits der klischeehaften Selbstfindungstrips bewegt. Wer hätte gedacht, dass eine Geschichte über eine Bruchbude in Brandenburg und die Suche nach dem Sinn im Leben so unterhaltsam sein kann?