Trauer, Freundschaft und ein dunkles Geheimnis

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„Sternengrab“ von Kristina Ohlsson hat mich von der ersten Seite an gepackt. Im Mittelpunkt steht diesmal Alva, die seit fast tausend Tagen mit einer quälenden Frage lebt: Was ist damals wirklich passiert, als ihr Vater starb? Während ihre Mutter ein Café in einem neu gekauften Bootshaus eröffnen will, häufen sich merkwürdige Ereignisse – das Bootshaus scheint ein dunkles Geheimnis zu haben.

Die Atmosphäre ist durchgehend spannend und zunehmend unheimlich. Eine Katze, die Alva auf Schritt und Tritt verfolgt, nächtliche Geräusche vor ihrer Zimmertür und das Gefühl, dass ihr Vater irgendwie präsent ist, sorgen für echten Gruselfaktor. Die Auflösung wird nur Stück für Stück preisgegeben, was die Spannung konstant hoch hält. Besonders gelungen fand ich, wie Ohlsson erneut mysteriöse und leicht übernatürliche Elemente einbaut, ohne dass die Geschichte ins Absurde kippt.

Neben all der Spannung gibt es aber auch ruhige, hoffnungsvolle Momente. Themen wie Freundschaft, Verlust und Trauerbewältigung werden sensibel und nachvollziehbar aufgearbeitet, was dem Buch etwas Tiefe verleiht. Positiv ist auch, dass „Sternengrab“ zwar die Fortsetzung der Hovenäset-Reihe ist, aber problemlos ohne Kenntnis von „Flammenrad“ gelesen werden kann.

Kleine Abzüge gibt es für mich dennoch: Die Geschichte schürt stellenweise eine gewisse Angst vor Katzen, was ich nicht so gelungen fand. Außerdem ist mir das Buch für Kinder ab etwa 11 Jahren stellenweise fast schon zu gruselig geraten.

Unterm Strich ist „Sternengrab“ ein spannender Jugendroman mit Gänsehaut-Garantie und emotionaler Tiefe – absolut lesenswert, wenn man sich gern ein wenig gruselt.