Hexen statt Herz und Verstand?

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elinor Avatar

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Vielleicht hat Melinda Taub mit ihrem Buch "Still Star-Crossed" den Geschmack vieler Leser und Zuschauer getroffen. Ob ihr das mit "Stolz, Vorurteil und Hexerei" ebenfalls gelingt, wage (hoffe) ich allerdings zu bezweifeln. Als Jane-Austen-Fan hat mich die Leseprobe jedenfalls nicht überzeugt.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Fan Fiction oder kreative Neuinterpretationen klassischer Stoffe. Im Gegenteil – wenn sie die Figuren und die Welt, in der sie spielen, respektvoll weiterdenken, kann das durchaus reizvoll sein. Hätte Taub die Geschichte etwa aus Lydias Perspektive oder der einer anderen Nebenfigur einfach neu erzählt, hätte ich das mit Interesse gelesen.

Doch ausgerechnet Jane Austens meisterhaft komponiertem Figurenensemble nachträglich Hexerei überzustülpen, erscheint mir weder originell noch notwendig. Die Stärke von "Stolz und Vorurteil" liegt gerade darin, dass die Geschichte ganz ohne übernatürliche Elemente auskommt. Ihr nachträglich eine fantastische Ebene zu verleihen, wirkt auf mich wie eine künstliche Effekthascherei – frei nach dem Motto: Wenn ein Klassiker allein nicht mehr genügt, müssen eben noch Hexen her.