Amüsante Parallelerzählung
Mit „Stolz, Vorurteil und Hexerei“ erzählt Melinda Taub keine völlig andere Geschichte als Jane Austen in "Stolz & Vorurteil". Sie füllt vielmehr sehr geschickt Lücken, hält sich dabei aber detailliert an die bekannten Abläufe. Dadurch entsteht ein einzigartiges, besonders Leseerlebnis, welches witzig und überaus interessant ist. Lydia Bennet bekommt dabei erstmals eine eigene Stimme und endlich die Gelegenheit zu beweisen, dass sie eben nicht nur ein leichtgläubiges und einfältiges Mädchen ist. Insgesamt passt diese erfundene magische Welt erstaunlich gut zum restlichen Setting. Dadurch kommt außerdem ordentlich Action in die Handlung was für eine ganz andere Dynamik sorgt. Auch der Erzählstil gefällt mir richtig gut. Lydia schildert selbst die Ereignisse und jede der dadurch entstehenden Zeitebenen, hält ihre eigenen magischen Tücken bereit. Obwohl der Roman mit über 500 Seiten ein echter Wälzer ist, wird es nicht langweilig. Ich habe diese parallele Erzählung und Neuinterpretation des Klassikers auf jeden Fall von der ersten bis zur letzten Seite gerne gelesen. Wer Fantasy im Regency-Setting mag, kommt hier voll auf die eigenen Kosten. Gerne vergebe ich dafür 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!