Ein überraschend magisches Wiedersehen mit den Bennets

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karouchi Avatar

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Die Idee, Stolz und Vorurteil mit Hexen und Magie zu verbinden, fand ich ziemlich ungewöhnlich. Noch dazu steht ausgerechnet Lydia Bennet im Mittelpunkt, die im Original nicht gerade zu meinen liebsten Figuren gehört.
Die Geschichte wird aus Lydias Sicht erzählt und zeigt viele bekannte Ereignisse plötzlich in einem ganz anderen Licht. Denn Lydia ist eine Hexe. Und damit nicht genug. Kitty ist eigentlich ihre Katze, die sie durch Magie in ein Mädchen verwandelt hat, und selbst Wickham verbirgt ein ziemlich großes übernatürliches Geheimnis.
Gerade diese neuen Ideen haben mir gut gefallen. Die Autorin übernimmt viele bekannte Figuren und Situationen, erzählt aber nicht einfach nur Stolz und Vorurteil noch einmal nach. Stattdessen bekommt Lydia ihre ganz eigene Geschichte. Dabei lernt man sie von einer anderen Seite kennen und versteht einige ihrer Entscheidungen besser.
Besonders witzig fand ich die Idee rund um Kitty. Auch die Mischung aus dem bekannten Gesellschaftsleben der Bennets und der geheimen Welt der Hexen funktioniert erstaunlich gut. Magie hat außerdem ihren Preis und Versprechen können echte Folgen haben, was der Geschichte auch ernstere Momente gibt.
Manchmal war mir die Handlung allerdings etwas zu ausführlich und an einigen Stellen hat sich die Geschichte gezogen. Wer mit Jane Austen überhaupt nichts anfangen kann, wird vermutlich ebenfalls weniger Freude daran haben. Kennt man Stolz und Vorurteil, gibt es dagegen viele kleine Anspielungen und bekannte Figuren zu entdecken.
Insgesamt ist Stolz, Vorurteil und Hexerei eine kreative und unterhaltsame Neuinterpretation eines Klassikers. Besonders gefallen hat mir, dass Lydia endlich ihre eigene Geschichte bekommt und dabei deutlich mehr Tiefe erhält, als man ihr zunächst zutraut.