Ein zauberhaftes Abenteuer mit einer ganz neuen Lydia Bennet

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amyvalentin Avatar

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​Wer Jane Austens Klassiker kennt, verbindet die Bennet-Schwestern vor allem mit gesellschaftlichen Zwängen und romantischen Verwicklungen, doch was passiert, wenn das Regency-England von verborgenen Hexenzirkeln, magischen Artefakten und düsteren Flüchen durchdrungen ist?
In Stolz, Vorurteil und Hexerei stellt Melinda Taub nicht wie gewohnt Elizabeth in den Fokus, sondern gibt ihrer jüngsten Schwester Lydia die Hauptrolle. Die gewohnt impulsive Lydia stolpert unerwartet mitten in ein gefährliches magisches Geheimnis, das die feine Gesellschaft bedroht. Plötzlich geht es für sie keineswegs mehr nur um die nächste Ballsaison, sondern um die Rettung all derer, die ihr am Herzen liegen.

​Der Clou dieses Retellings liegt in seiner Protagonistin. Während Lydia im Original oft als leichtsinnig und anstrengend abgetan wird, verleiht Taub ihr hier eine erfrischend vielschichtige Stimme. Ihre Naivität weicht schrittweise echtem Mut und Verstand, ohne dass sie ihren eigensinnigen Charakter verliert. Es ist eine Freude, diese Entwicklung zu beobachten – auch weil die Dynamik innerhalb der Familie Bennet dadurch völlig neue, spannende Facetten gewinnt.
​Das historische Setting mit seinen Bällen, der strikten Etikette und dem Klatsch der Oberschicht verschmilzt dabei überraschend organisch mit den phantastischen Elementen. Die Autorin schreibt spritzig, humorvoll und mit feiner Ironie für die Zwänge der damaligen Zeit. Einzig im Mittelteil bremsen ein paar gesellschaftliche Pflichttermine das Erzähltempo kurz aus, was dem Gesamteindruck aber kaum schadet.

Fazit: Ein erfrischendes, clever konstruiertes Retelling, das eine oft unterschätzte Figur ins Rampenlicht rückt, ohne zu viel über die magischen Verstrickungen vorab zu verraten. Wer Lust auf Regency-Atmosphäre mit magischer Note und eine starke Charakterentwicklung hat, wird hier bestens unterhalten.