Eine charmante Hexen-Version der Bennet-Schwester

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
zimt-zicke Avatar

Von

Eine charmante Hexen-Version der Bennet-Schwester

Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um den Roman „Stolz, Vorurteil und Hexerei – Die skandalösen Geheimnisse der Lydia Bennet“ von Melinda Taub, erschienen im Klett-Cotta Verlag mit einem Umfang von 488 Seiten. Die Geschichte erzählt die Ereignisse des Austen-Klassikers aus der Perspektive der jüngsten Schwester Lydia neu und fügt dem gewohnten Setting eine magische Komponente sowie Elemente aus der Karibik und Schottland hinzu, wobei auch Figuren wie die von Jane Austen erfundene Miss Lamb in einen neuen Kontext gesetzt werden.

Besonders auffällig ist, dass die Autorin zwar angibt, mit Referenzen auf echte Traditionen gearbeitet zu haben, diese jedoch nicht im Text ausweist, sondern erst in den Anmerkungen am Ende auflöst. Diese fehlende Transparenz führt dazu, dass man während der Lektüre ständig hinterfragt, ob die beschriebenen Orte und Bräuche historisch verbürgt oder reine Fantasie sind. Es wäre daher sehr hilfreich gewesen, wenn die Autorin diese Hinweise früher im Buch platziert hätte, damit man die historische Einordnung besser vornehmen kann, ohne ständig ins Ungewisse zu tappen.

Trotz dieser holprigen Mischung aus Fakten und Fiktion überzeugt der Roman durch einen sehr flüssigen Schreibstil und lebendige Beschreibungen, die einen gut in die Welt eintauchen lassen. Die Handlung mag an einigen Stellen etwas stolpern, doch insgesamt bleibt die Story leichtfüßig und spannend. Wer bereit ist, sich auf diese kreative Neuinterpretation einzulassen, ohne eine akkurate historische Analyse zu erwarten, findet hier eine perfekte Unterhaltung für ein regnerisches Wochenende. Die Lektüre hat mich gut unterhalten und verdient sich aufgrund des humorvollen Stils und der kreativen Umsetzung uneingeschränkt 5 Sterne.