Fantasyroman im Jane Austen Universum
Ich bin selbst ein großer Jane Austen Fan und „Stolz und Vorurteil“ ist mein Lieblingsroman von ihr, gleichzeitig lese ich sehr gerne auch Fantasyromane. Deshalb war ich sehr neugierig auf diese neue Interpretation. Melinda Taubs „Stolz, Vorurteil und Hexerei“ nimmt sich Jane Austens Klassiker vor und erzählt die bekannte Geschichte aus einer überraschenden Perspektive neu: Im Mittelpunkt steht diesmal Lydia Bennet, die jüngste und im Original nicht unbedingt sympathischste der Bennet-Schwestern. Taub macht aus ihr jedoch weit mehr als das oberflächliche, ungestüme Mädchen, als das sie bei Austen erscheint und fügt der Geschichte obendrein eine gehörige Portion Magie hinzu.
Die Grundidee hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hexerei, Dämonen und Zauberei treffen auf Bälle, Heiratspläne und die strengen gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts. Erstaunlicherweise funktioniert diese Mischung ziemlich gut. Die fantastischen Elemente wirken nicht einfach aufgesetzt, sondern werden geschickt mit Lydias persönlicher Geschichte verbunden. Gleichzeitig erkennt man viele Figuren und Situationen aus dem Klassiker wieder und betrachtet sie nun aus einem ganz anderen Blickwinkel. Gerade für Leserinnen und Leser, die Austens Roman kennen, wie ich selbst eine bin, liegt darin ein besonderer Reiz.
Am stärksten ist das Buch für mich jedoch dort, wo es Lydia eine eigene Stimme gibt. Ihre impulsive, manchmal naive und oft herrlich respektlose Art macht die Erzählung lebendig und humorvoll. Gleichzeitig bekommt die Figur mehr Tiefe. Hinter ihrem Verhalten werden Unsicherheit, gesellschaftlicher Druck und der Wunsch nach Freiheit sichtbar. Dadurch versteht man manche ihrer Entscheidungen besser, ohne dass Taub versucht, sämtliche Fehler ihrer Heldin schönzureden.
Nicht alles überzeugt gleichermaßen. Gerade zu Beginn braucht die Geschichte etwas Zeit, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, und gelegentlich wirkt die Verbindung zwischen Austen-Retelling und Fantasy etwas überladen. Manche Entwicklungen lassen sich zudem recht früh erahnen. Wer eine möglichst stilechte Fortführung oder Ergänzung von Jane Austen erwartet, dürfte sich an der sehr freien Interpretation ohnehin stören. Auch sprachlich kommt der Roman nicht an Jane Austen dran.
Wer sich dagegen darauf einlassen kann, Austens Figuren spielerisch neu zu entdecken, bekommt einen witzigen und ungewöhnlichen Roman. Melinda Taub behandelt das berühmte Vorbild mit genügend Respekt, erlaubt sich aber gleichzeitig die Freiheit, daraus etwas Eigenständiges zu machen. Besonders schön fand ich, dass ausgerechnet Lydia Bennet, die im Original leicht als nervige Nebenfigur abgetan werden kann, hier zur Heldin ihrer eigenen Geschichte wird. Eine unterhaltsame Mischung aus Regency-Roman, Fantasy, Humor und Emanzipationsgeschichte, die vor allem Austen-Fans mit Lust auf ein wenig literarischen Unfug gefallen dürfte.
Die Grundidee hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hexerei, Dämonen und Zauberei treffen auf Bälle, Heiratspläne und die strengen gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts. Erstaunlicherweise funktioniert diese Mischung ziemlich gut. Die fantastischen Elemente wirken nicht einfach aufgesetzt, sondern werden geschickt mit Lydias persönlicher Geschichte verbunden. Gleichzeitig erkennt man viele Figuren und Situationen aus dem Klassiker wieder und betrachtet sie nun aus einem ganz anderen Blickwinkel. Gerade für Leserinnen und Leser, die Austens Roman kennen, wie ich selbst eine bin, liegt darin ein besonderer Reiz.
Am stärksten ist das Buch für mich jedoch dort, wo es Lydia eine eigene Stimme gibt. Ihre impulsive, manchmal naive und oft herrlich respektlose Art macht die Erzählung lebendig und humorvoll. Gleichzeitig bekommt die Figur mehr Tiefe. Hinter ihrem Verhalten werden Unsicherheit, gesellschaftlicher Druck und der Wunsch nach Freiheit sichtbar. Dadurch versteht man manche ihrer Entscheidungen besser, ohne dass Taub versucht, sämtliche Fehler ihrer Heldin schönzureden.
Nicht alles überzeugt gleichermaßen. Gerade zu Beginn braucht die Geschichte etwas Zeit, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, und gelegentlich wirkt die Verbindung zwischen Austen-Retelling und Fantasy etwas überladen. Manche Entwicklungen lassen sich zudem recht früh erahnen. Wer eine möglichst stilechte Fortführung oder Ergänzung von Jane Austen erwartet, dürfte sich an der sehr freien Interpretation ohnehin stören. Auch sprachlich kommt der Roman nicht an Jane Austen dran.
Wer sich dagegen darauf einlassen kann, Austens Figuren spielerisch neu zu entdecken, bekommt einen witzigen und ungewöhnlichen Roman. Melinda Taub behandelt das berühmte Vorbild mit genügend Respekt, erlaubt sich aber gleichzeitig die Freiheit, daraus etwas Eigenständiges zu machen. Besonders schön fand ich, dass ausgerechnet Lydia Bennet, die im Original leicht als nervige Nebenfigur abgetan werden kann, hier zur Heldin ihrer eigenen Geschichte wird. Eine unterhaltsame Mischung aus Regency-Roman, Fantasy, Humor und Emanzipationsgeschichte, die vor allem Austen-Fans mit Lust auf ein wenig literarischen Unfug gefallen dürfte.