Interessanter Grundgedanke, etwas düster und langatmig umgesetzt.

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"Aber ist es nicht merkwürdig, wie sich parallel zu unserer eigenen Geschichte auch die Geschichten der anderen entfalten - und womöglich ebenso so interessant sind wie unsere?"
35. Kapitel
Diese Worte bringen den Grundgedanken des Buches auf den Punkt. Was, wenn sich neben der Geschichte über Stolz und Vorurteil mit Elisabeth und Mr. Darcy eine ganz andere ereignet? Was, wenn die jüngste Bennet-Tochter eine Hexe ist, mit erstaunlicher Zauberkraft und überraschend wenig Ahnung davon, wie sie sie einsetzen kann? Und welchen Schaden sie damit anrichten kann ...
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass weder das Jane-Austen-Universum noch Hexen-Romane so ganz meine Sache sind, aber der Klappentext klang so spannend, dass ich "Stolz, Vorurteil und Hexerei" unbedingt lesen wollte.
Ich fand die Idee aufregend, ein magisches Paralleluniversum, und habe mich sehr aufs Lesen gefreut. Die Geschehnisse erzählt uns großteils Lydia selber, in Form eines sehr langen Briefes - an wen, erfahren wir erst ganz am Ende. Lydia hat eine magische Gefährtin und gerät in sehr jungen Jahren in eine gefährliche Situation. Um sich und ihre Freundin zu schützen, gibt sie ein verhängnisvolles Versprechen ab, einem mächtigen Wesen namens Wormenheart.
Die Autorin schreibt flüssig und locker, manchmal mit einem Augenzwinkern. Die Erzählform fand ich gut gewählt, bekommt man doch ein gutes Bild von Lydia und ihrer Motivation. Doch Melanie Taub verliert sich in sehr vielen Nebensträngen, die zwar alle zu einem Ende finden - aber mit den Zeitsprüngen, die auch häufig verwendet werden, machen sie das Buch oft sehr verwirrend. Mir ging die Grundgeschichte zwischendurch ein wenig verloren und manche Teile zogen sich unnötig in die Länge.
Dafür spart Melinda Taub nicht mit dunkler Magie, Flüchen, Blutopfern und Hexenzirkeln. Das war mir manchmal etwas zu viel des Bösen. Und ich habe nicht ganz verstanden, wie unterschiedlich die Preise für einen Zauber sein können - und an wen sie letzten Endes gezahlt werden.
Es hat mir gut gefallen, dass wir "alte Bekannte" treffen und auch, wie die Autorin recherchiert hat und alte Sagen und mystische Orte in ihren Roman gebracht hat.
Am Ende des Buches bin ich froh, ein neues Genre ausprobiert und einen interessanten Roman gelesen zu haben.
Fazit:
Interessanter Grundgedanke, etwas düster und langatmig umgesetzt.