Klassik und Fantasy

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rosenfreund Avatar

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Die Idee, Jane Austens Klassiker mit Fantasy zu verbinden, hat mein Interesse geweckt, weil es ein ungewöhnlicher Ansatz ist.
Der Roman ist sehr umfangreich mit 486 Seiten, und schon das Cover passt zu dem romantischen Ambiente. Die Hardcover Ausgabe macht einen hochwertigen Eindruck. Das Werk ist mit 42 Kapiteln gut strukturiert, und der Schreibstil liest sich angenehm, mit einem humorvollen Touch.
Das Werk stellt Lydia in den Fokus, sie ist die jüngste der Bennet-Schwestern, und der Roman ist aus ihrer Sicht in Tagebuchform geschrieben. Im letzten Teil erleben wir Narration in Briefform. Somit kommen auch die Ansichten verschiedener Charaktere zum Tragen.
Den ursprünglichen Roman kenne ich nicht, was sich als großen Nachteil erwiesen hat. Schon die ersten Seiten waren sehr verwirrend. Generell kamen sehr viele Charaktere vor, bei denen ich Mühe hatte, sie auseinanderzuhalten und in Beziehung zu setzen.Die gesellschaftlichen Zwänge in Regency-England werden gut herausgearbeitet. Die Doppelmoral, der die jungen Frauen ausgesetzt sind, ist bedrückend.
Bälle und strikte Etikette spielen in der Oberschicht eine sehr wichtige Rolle, denn es geht darum, sich den richtigen, nämlich vermögenden Ehemann “zu angeln“. Lydia wird in diesem Werk eigensinnig, mutig und verständnisvoll beschrieben, sie ist nicht nur das naive Mädchen, wie im Werk von Jane Austen.
Melinda Traub versteht es, den Bereich der verborgenen Hexenzirkel, der Magie und der geheimnisvollen dunklen Seiten einzuarbeiten. Romance, Humor und zusätzlich Fantasy kommen zum Tragen, aber leider fehlte mir bei der Lektüre immer wieder der rote Faden, denn durch die teilweise sehr langatmigen Nebenschauplätze und Beschreibungen wurde ich gelangweilt. Der Roman ist wohl eher für romantisch veranlagte Menschen geeignet, die eine starke Charakterentwicklung und Fantasyliteratur favorisieren. Daher vergebe ich 3,5 Punkte.