Magie, Hexerei und eine bekannte Familie

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Lydia ist die jüngste von sieben Töchtern der Familie Bennett, und genau hier kommt auch schon die Magie und Hexerei ins Spiel.
Am Anfang der Geschichte haben wir wieder alle bekannten Figuren: Da ist Lizzy, Mary und natürlich Jane. Aber auch neue Figuren wie Kitty, die Tante von Lydia, und viele andere.
Tatsächlich wird man am Anfang nicht ganz schlau aus der Erzählung. Es ist eine Geschichte, die aus der Ich-Perspektive von Lydia Bennet geschrieben ist, und es werden sowohl gegenwärtige als auch vergangene Geschehnisse erzählt und teilweise miteinander vermischt. Erst nach und nach konzentriert sich die Erzählung nur noch auf die Gegenwart. Ab da ist natürlich jegliche Verbindung zu „Stolz und Vorurteil“ nicht mehr gegeben, denn hier beginnt eigentlich die neue Geschichte von Lydia Bennet, der Hexe der Familie Bennet.
Ganz am Anfang der Geschichte hat es mich noch ein wenig irritiert, dass es sich um eine eigenständige Geschichte handelt und dennoch einige Stränge aus „Stolz und Vorurteil“ eingeflochten wurden, sodass ein recht undefinierbares Gefühl entstand. Allerdings, als sich die Geschichte von Lydia Bennet und ihre Abenteuer entfaltet haben, war man spätestens dann natürlich voll und ganz in dieser Geschichte und hat recht wenig Parallelen zu „Stolz und Vorurteil“ gezogen.
Lydia Bennet ist als Hauptcharakter relativ leichtsinnig und naiv dargestellt, was sie im Laufe ihrer Aufzeichnungen auch selbst zugibt. Aber je mehr sie erlebt, desto mehr findet sie zu sich selbst. Sie lernt, das Gute und das Schlechte auseinanderzuhalten, und versucht am Ende, eine Lösung zu finden, mit der sie auch mit ihrem Gewissen im Reinen sein kann.
Falls jemand hier eine Liebesgeschichte sucht, wird er vergeblich danach suchen. Es gibt natürlich eine Liebesgeschichte, aber sie spielt eher eine Nebenrolle und ist kaum wahrnehmbar. Was die Geschichte natürlich nicht schlechter macht.
Das Buch ist durchaus sehr gut für einen gemütlichen Leseabend geeignet. Diese Geschichte sollte als eigenständige Geschichte betrachtet werden und nicht als Ableger von „Stolz und Vorurteil“. Denn dann kann man sich viel besser auf Lydia konzentrieren, anstatt immer wieder Parallelen zwischen Jane Austens Stück und dem Werk von Melinda Taub zu suchen.