Tolle neue Adaption
„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass die siebte Tochter einer siebten Tochter eine Hexe sein muss.“
Miss Lydia Bennet ist liederlich, egoistisch, eitel und naiv (und extrem jung) – eben eine richtige Hexe! Zumindest letzteres ist nicht allen bekannt, wie auch die wirklichen Ereignisse, die Lydia erlebt hat. Nun ist es Zeit für die jüngste der Bennet Schwestern, ins Rampenlicht zu treten und ihre eigene Geschichte wahrheitsgemäß und ungeschönt zu erzählen.
Die Handlung wird in Form von Briefen erzählt, ein Großteil umfasst davon ein Brief aus Lydias Perspektive, an dem sie mehrere Wochen schreibt, so dass die einzelnen Kapitel oft ähnlich anfangen, was ich gerade zu Beginn irgendwann lästig fand. Passend zu Lydias Charakter springt sie auch beim Schreiben hin und her in den Zeiten und ist ganz und gar sie selbst. Hier muss ich auch das Ende sehr lobend erwähnen, dass einfach rund ist und absolut Lydia widerspiegelt. Dies ist keine neue Interpretation von „Stolz und Vorurteil“., sondern es ist eine Neuinterpretation von Lydia Bennet als Hexe, ihren Abenteuern in Brighton und ihren wahren Gedanken und Erlebnissen.
Ein besonderes Highlight ist natürlich, dass die meisten aus Jane Austens Original bekannten Figuren auch hier auftauchen und man sie (teilweise) völlig neu kennenlernen kann. Lydia ist den meisten Leser*Innen vermutlich nicht als Lieblingsfigur im Gedächtnis geblieben und auch hier würde ich nicht sagen, dass ich sie am Ende so sehr liebe wie Lizzy, aber sie ist authentisch, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und durch ihre (der Zeit völlig unpassende Art) habe ich sie doch sehr ins Herz geschlossen. Selbst der Dämon Wickham (ist er hier wirklich), konnte mich als Figur nun vollends überzeugen. Und auch die Beziehung zwischen Lydia und ihm wird in verschiedenen Dimensionen Zeit und Raum gegeben.
Anfangs tat ich mich noch etwas schwer daran, dass geliebte Figuren völlig anders bewertet wurden aus Lydias Sicht als ich es aus der Austen Fassung kannte, aber durch die Nachvollziehbarkeit und Charakterentwicklung gab es ein sehr stimmiges Bild ab.
Schön fand ich auch, dass Miss Darcy einiges an Raum zugestanden wird. Es ist eine gute Mischung aus den geliebten und bekannten Figuren, die teils mehr, teils aber auch deutlich weniger Zeilen abbekommen und neuen Figuren, die man kennenlernen kann.
Das Frauenbild ist schon in „Stolz und Vorurteil“ teils revolutionär und durch die weibliche Verbundenheit in der Hexerei geht „Stolz und Vorurteil und Hexerei“ noch eine Stufe weiter, aber kritisiert gleichzeitig die Verhaltensweisen manch einer Hexe. Zwischen Gemeinschaftsgefühl, Überlegenheit in einer sonst so unterdrückenden Gesellschaft, Freiheitsbestreben, hinterfragt ausgerechnet Lydia die Moral dahinter. Wie beim Original gibt es viel soziale und historische Kritik.
Sehr gut gefällt mir auch, dass die Autorin Melinda Taub noch mehr auf die Zeit an sich eingeht, in der das Buch spielt - und sehr authentisch über das Leben beispielsweise in Brighton schreibt. Ein besonderer Mehrwert war für mich dabei auch die Geschichte von Miss Lambe – einer neuen Figur - die auch die Kolonialgeschichte Englands mit hineinbringt und das Schicksal einer Mischlingsperson.
Melinda Taub hat es geschafft, den trockenen, ironischen Witz von Jane Austen einzufangen, mit einem Hauch von Modernität und einem großen Schuss Hexenzauber.
Ich hatte extrem hohe Erwartungen an das Buch und vor allem die Beschreibung „Voller Zauber, Intrigen, Gefahren und grenzenloser Magie vereint diese Adaption all den unverschämten Witz, die Stärke und die Romantik von »Stolz und Vorurteil« – und schenkt der wildesten Bennet-Schwester eine unerwartete Erlösung“ hatte mich sofort gepackt. Jedes einzelne Wort stimmt davon! Auch die Nerven der Mutter, Mr. Darcys Stolz und all die bekannten Probleme kommen nicht zu kurz. Bis auf die Anfangsabschnitte der ersten Kapitel bin ich restlos begeistert von dieser Neuadaption.
Miss Lydia Bennet ist liederlich, egoistisch, eitel und naiv (und extrem jung) – eben eine richtige Hexe! Zumindest letzteres ist nicht allen bekannt, wie auch die wirklichen Ereignisse, die Lydia erlebt hat. Nun ist es Zeit für die jüngste der Bennet Schwestern, ins Rampenlicht zu treten und ihre eigene Geschichte wahrheitsgemäß und ungeschönt zu erzählen.
Die Handlung wird in Form von Briefen erzählt, ein Großteil umfasst davon ein Brief aus Lydias Perspektive, an dem sie mehrere Wochen schreibt, so dass die einzelnen Kapitel oft ähnlich anfangen, was ich gerade zu Beginn irgendwann lästig fand. Passend zu Lydias Charakter springt sie auch beim Schreiben hin und her in den Zeiten und ist ganz und gar sie selbst. Hier muss ich auch das Ende sehr lobend erwähnen, dass einfach rund ist und absolut Lydia widerspiegelt. Dies ist keine neue Interpretation von „Stolz und Vorurteil“., sondern es ist eine Neuinterpretation von Lydia Bennet als Hexe, ihren Abenteuern in Brighton und ihren wahren Gedanken und Erlebnissen.
Ein besonderes Highlight ist natürlich, dass die meisten aus Jane Austens Original bekannten Figuren auch hier auftauchen und man sie (teilweise) völlig neu kennenlernen kann. Lydia ist den meisten Leser*Innen vermutlich nicht als Lieblingsfigur im Gedächtnis geblieben und auch hier würde ich nicht sagen, dass ich sie am Ende so sehr liebe wie Lizzy, aber sie ist authentisch, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und durch ihre (der Zeit völlig unpassende Art) habe ich sie doch sehr ins Herz geschlossen. Selbst der Dämon Wickham (ist er hier wirklich), konnte mich als Figur nun vollends überzeugen. Und auch die Beziehung zwischen Lydia und ihm wird in verschiedenen Dimensionen Zeit und Raum gegeben.
Anfangs tat ich mich noch etwas schwer daran, dass geliebte Figuren völlig anders bewertet wurden aus Lydias Sicht als ich es aus der Austen Fassung kannte, aber durch die Nachvollziehbarkeit und Charakterentwicklung gab es ein sehr stimmiges Bild ab.
Schön fand ich auch, dass Miss Darcy einiges an Raum zugestanden wird. Es ist eine gute Mischung aus den geliebten und bekannten Figuren, die teils mehr, teils aber auch deutlich weniger Zeilen abbekommen und neuen Figuren, die man kennenlernen kann.
Das Frauenbild ist schon in „Stolz und Vorurteil“ teils revolutionär und durch die weibliche Verbundenheit in der Hexerei geht „Stolz und Vorurteil und Hexerei“ noch eine Stufe weiter, aber kritisiert gleichzeitig die Verhaltensweisen manch einer Hexe. Zwischen Gemeinschaftsgefühl, Überlegenheit in einer sonst so unterdrückenden Gesellschaft, Freiheitsbestreben, hinterfragt ausgerechnet Lydia die Moral dahinter. Wie beim Original gibt es viel soziale und historische Kritik.
Sehr gut gefällt mir auch, dass die Autorin Melinda Taub noch mehr auf die Zeit an sich eingeht, in der das Buch spielt - und sehr authentisch über das Leben beispielsweise in Brighton schreibt. Ein besonderer Mehrwert war für mich dabei auch die Geschichte von Miss Lambe – einer neuen Figur - die auch die Kolonialgeschichte Englands mit hineinbringt und das Schicksal einer Mischlingsperson.
Melinda Taub hat es geschafft, den trockenen, ironischen Witz von Jane Austen einzufangen, mit einem Hauch von Modernität und einem großen Schuss Hexenzauber.
Ich hatte extrem hohe Erwartungen an das Buch und vor allem die Beschreibung „Voller Zauber, Intrigen, Gefahren und grenzenloser Magie vereint diese Adaption all den unverschämten Witz, die Stärke und die Romantik von »Stolz und Vorurteil« – und schenkt der wildesten Bennet-Schwester eine unerwartete Erlösung“ hatte mich sofort gepackt. Jedes einzelne Wort stimmt davon! Auch die Nerven der Mutter, Mr. Darcys Stolz und all die bekannten Probleme kommen nicht zu kurz. Bis auf die Anfangsabschnitte der ersten Kapitel bin ich restlos begeistert von dieser Neuadaption.