Ein bisschen Grusel, ganz viel Freundschaft

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boardgiulie Avatar

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Storm ist ein Vampirmädchen – allerdings offenbar kein besonders überzeugendes. Denn während sie sehnsüchtig darauf wartet, endlich an der Blutspuck-Akademie aufgenommen zu werden, landet sie ausgerechnet auf Burg Zuckerhut: einem Internat für Menschenkinder! Und Menschen kann Storm nun wirklich nicht ausstehen. Zumindest ist sie davon am Anfang noch ziemlich überzeugt.

Schon die Grundidee hat uns richtig gut gefallen. Ein Vampirmädchen, das eigentlich gruselig und gemein sein sollte, dafür aber vielleicht einfach ein bisschen zu viel Herz hat, bietet jede Menge Stoff für lustige Situationen. Dazu kommt Storms Glühkatze Birne, die für mich definitiv eines der Highlights des Buches ist. Die beiden zusammen sind einfach herrlich schräg.

Besonders gelungen fand ich, dass sich hinter dem ganzen Gruselspaß eine richtig schöne Geschichte über Freundschaft, Vorurteile und Anderssein versteckt. Storm hat eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie Menschen sind – ohne sie eigentlich wirklich zu kennen. Auf Burg Zuckerhut merkt sie nach und nach, dass ihre Vorurteile vielleicht gar nicht stimmen und dass Freundschaft manchmal genau dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet. Auch Mobbing und Ausgrenzung werden aufgegriffen, ohne dass das Buch dadurch plötzlich schwer oder belehrend wird.

Richtig großartig ist die Gestaltung. Hier wartet nicht Seite um Seite dichter Fließtext, sondern eine Mischung aus Text, vielen Illustrationen und comicartigen Elementen. Dadurch wirkt das Buch unglaublich lebendig. Es gibt ständig etwas zu entdecken und durch die abwechslungsreiche Gestaltung fühlt es sich nie nach „so viel Text“ an – man fliegt wirklich schnell durch die Seiten. Die Illustrationen von Christian und Fabian Jeremies passen mit ihrem leicht verrückten Stil perfekt zu Storms Welt und tragen für mich ganz wesentlich zum Charme des Buches bei.

Auch der Gruselfaktor ist schön getroffen. Es gibt Vampire, Skelette, eine ziemlich außergewöhnliche Katze und natürlich ein Internat, in dem einiges schiefläuft – wirklich Angst machen soll die Geschichte aber nicht. Vielmehr ist sie witzig, ein bisschen schaurig, spannend und herrlich absurd.

Und Storm selbst wächst einem dabei ziemlich schnell ans Herz. Gerade weil sie eben nicht das perfekte kleine Vampirmädchen ist, das sie so gerne wäre. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir besonders gefallen, denn letztendlich muss sie sich fragen, was sie selbst eigentlich möchte – und ob das, was von ihr erwartet wird, automatisch das Richtige für sie ist.

Für uns ein richtig gelungener Auftakt mit viel Humor, einer tollen Aufmachung und einer schönen Botschaft, die ganz nebenbei erzählt wird. Und ganz ehrlich: Nach diesem Ende wollen wir natürlich wissen, wie es mit Storm, Birne und Burg Zuckerhut weitergeht.

**5 von 5 Sternen.**