Bernstein im Rachen
Der Einstieg in den Kriminalroman von Frank Goldammer gelingt hervorragend, da er sofort ein sehr spezifisches Setting etabliert. Die Atmosphäre im polnischen Misdroy wird lebendig greifbar – die Mischung aus sommerlicher Hitze, überfüllten Stränden und diesem leicht maroden „Ballermann-Charme“ der Promenade bildet einen starken Kontrast zu dem düsteren Anlass von Lena Schuldts Reise. Besonders gut gefällt mir, wie subtil die Spannung aufgebaut wird: Zuerst wirkt alles wie ein tragischer Badeunfall, doch die Entdeckung des Bernsteins im Rachen des Toten ändert die Dynamik schlagartig.
Die Sprache des Autors ist klar, unaufgeregt und präzise. Goldammer verzichtet auf unnötige Schnörkel und konzentriert sich stattdessen auf beobachtende Details, die viel über die Charaktere verraten. Die Interaktion zwischen der BKA-Ermittlerin Lena und ihrem polnischen Kollegen Krawczyk ist dabei ein Highlight. Ihre gegenseitigen Vorurteile, die kleinen Missverständnisse bei der Sprache und das vorsichtige Abtasten sorgen für eine authentische, leicht unterkühlte Chemie, die gelegentlich durch trockenen Humor aufgelockert wird (etwa beim Vergleich zwischen dem „Besenfressen“ und dem polnischen „Pflastersteinfressen“).
Nach Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse definitiv geweckt. Die Frage, wie ein kartoffelgroßer Bernstein in den Hals eines erfahrenen Schwimmers gelangt, ist ein klassischer „Hook“, dem man sich schwer entziehen kann. Zudem deutet die Erwähnung von Lenas Abneigung gegen ihre alte Heimat und die politische Brisanz des Falls (Stichwort Innenministerium) eine tiefere Ebene an, die über einen simplen Regionalkrimi hinausgeht. Ich möchte unbedingt wissen, ob Lena ihr Unihockey-Training in Berlin noch lange vermissen wird oder ob sie tiefer in die Abgründe der Ostseeküste hineingezogen wird.
Die Sprache des Autors ist klar, unaufgeregt und präzise. Goldammer verzichtet auf unnötige Schnörkel und konzentriert sich stattdessen auf beobachtende Details, die viel über die Charaktere verraten. Die Interaktion zwischen der BKA-Ermittlerin Lena und ihrem polnischen Kollegen Krawczyk ist dabei ein Highlight. Ihre gegenseitigen Vorurteile, die kleinen Missverständnisse bei der Sprache und das vorsichtige Abtasten sorgen für eine authentische, leicht unterkühlte Chemie, die gelegentlich durch trockenen Humor aufgelockert wird (etwa beim Vergleich zwischen dem „Besenfressen“ und dem polnischen „Pflastersteinfressen“).
Nach Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse definitiv geweckt. Die Frage, wie ein kartoffelgroßer Bernstein in den Hals eines erfahrenen Schwimmers gelangt, ist ein klassischer „Hook“, dem man sich schwer entziehen kann. Zudem deutet die Erwähnung von Lenas Abneigung gegen ihre alte Heimat und die politische Brisanz des Falls (Stichwort Innenministerium) eine tiefere Ebene an, die über einen simplen Regionalkrimi hinausgeht. Ich möchte unbedingt wissen, ob Lena ihr Unihockey-Training in Berlin noch lange vermissen wird oder ob sie tiefer in die Abgründe der Ostseeküste hineingezogen wird.