Dienstreise in die eigene Vergangenheit
Lena, Oberkommissarin beim BKA, wird als Ermittlerin ausgerechnet dorthin geschickt, von wo sie mit 18 Jahren geflohen ist: nach Usedom. Dort muss sie als deutsche Ermittlerin mit polnischen Kollegen einen Mord aufklären. Neben dem spannenden und undurchsichtigen Kriminalfall wird sie aber auch mit einer Menge anderer Probleme konfrontiert. Immer wieder gerät sie in Situationen, die ihrem früheren Leben gleichen und alte Bilder in ihrem Kopf entstehen lassen. Dazu kommen die wechselseitigen Vorurteile und das Misstrauen der Ermittler beider Seiten. Für mich genial ist die Art, in der der Autor den gesamten Roman nur aus der Sicht Lenas schreibt. Ich erfahre nur das, was die Heldin erfährt, ermittelt oder denkt. Und auch die Zweifel und die Ratlosigkeit über all das, was sie noch nicht erfahren hat, ist sehr anschaulich dargestellt. Die Entwicklung, bis am Ende der Fall gelöst und Lena einen Teil ihrer Traumata verarbeiten konnte, ist so gut beschrieben, dass ich als Leser keinen Absatz auslassen möchte. Und das Happyend besteht hauptsächlich darin, dass sich die deutsche Kommissarin und ihr polnischer Kollege Adam am Ende akzeptieren, so dass es vielleicht auch einen zweiten Fall für die beiden geben wird.