Solider Krimi mit guter Atmosphäre, aber zu vielen Klischees

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jana1406 Avatar

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Frank Goldhammers Kriminalroman „Strandopfer“ konnte mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn mich das Buch nicht vollkommen überzeugt hat. Besonders das Cover hat mir gefallen: Es erzeugt direkt eine düstere, raue Küstenstimmung und passt sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte. Auch die Gestaltung insgesamt wirkt hochwertig und macht neugierig auf den Inhalt.

Die Handlung spielt an der Ostsee und verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit persönlichen Konflikten der Figuren. Die Grundidee der Geschichte fand ich durchaus interessant, vor allem weil der Schauplatz einmal etwas anderes ist als die typischen Großstadt-Krimis. Frank Goldhammer versteht es außerdem, die Umgebung lebendig zu beschreiben, sodass beim Lesen schnell Bilder im Kopf entstehen.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und unkompliziert. Das Buch lässt sich dadurch leicht lesen und eignet sich gut für Leser*innen, die einen eher klassischen Kriminalroman suchen. Allerdings kam für mich die Spannung nur phasenweise richtig auf. Einige Wendungen wirkten vorhersehbar und gerade im Mittelteil zog sich die Handlung stellenweise etwas.

Was mich am meisten gestört hat, waren die zahlreichen Klischees über Polen beziehungsweise über das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen. Manche Darstellungen wirkten auf mich unnötig stereotyp.

Die Charaktere insgesamt waren solide ausgearbeitet, auch wenn sie mich emotional nicht vollständig erreicht haben. Besonders die Ermittler wirkten authentisch in ihren alltäglichen Problemen, blieben für mich aber teilweise etwas blass.

Trotz meiner Kritik hatte das Buch durchaus seine Stärken: die atmosphärische Kulisse, der flüssige Stil und die grundsätzlich interessante Krimihandlung. Wer ruhige, klassische Krimis mit ostdeutschem Flair mag und keine hochkomplexe Spannung erwartet, könnte an „Strandopfer“ Gefallen finden.

Mein Fazit: Ein solider Kriminalroman mit guter Atmosphäre und angenehmem Schreibstil, der allerdings durch stereotype Darstellungen und nur mäßige Spannung etwas Potenzial verschenkt. Insgesamt würde ich etwa 3,5 von 5 Sternen vergeben.