Was für eine Geschichte!

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maitre Avatar

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Seit dem Buch "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens scheint das Marschland als Schauplatz von Geschichten Hochkonjunktur zu haben. Und es gibt bessere und schlechtere Bücher, die in diesem besonderen Küstengebiet spielen. Eines, das auf jeden Fall lesenswert ist, ist der Roman "Stromlinien" von Rebecca Frank.
Auch wenn die Geschichte zuerst leise beginnt und die Handlung etwas braucht, um in Fahrt zu kommen, lohnt es sich, sich darauf einzulassen. Zu Beginn lernen wir die Zwillingsschwestern Enna und Jale kennen. Sie wachsen bei ihrer wortkargen, zurückhaltenden Großmutter auf. Da sie von den Gleichaltrigen gemieden werden, nehmen sie eine Außenseiterposition ein. Dies stört sie aber nicht wirklich, da sie sich haben und niemand anderen brauchen.
Doch dann verschwindet Jale von einem Tag auf den anderen. Spurlos. Niemand weiß etwas über ihren Verbleib und Enna kann das nicht akzeptieren. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester und erhält dabei unerwartete Hilfe von Luca, einem Mitschüler, der nach und nach sogar zu einem guten Freund wird.
Die Autorin verwebt mehrere Handlungsstränge miteinander. Ereignisse in der Vergangenheit haben Auswirkungen auf das Leben in der Gegenwart, ohne dass die Zwillingsschwestern das erahnen.
Der Roman kann mit verschiedenen Aspekten punkten: Er ist Entwicklungsroman, er ist gesellschaftskritisch, er schildert Ereignisse in der Vergangenheit, er ist spannend, die Naturbeschreibungen sind so, dass ich gerne einmal in diese Gegend fahren möchte, die Figuren haben Ecken und Kanten, sind aber liebenswert...
Und am Ende war ich traurig, dass der Roman zu Ende war, so traurig, dass ich gleich wieder von vorne begonnen habe und beim zweiten Lesen hat mich auch der Anfang begeistert, weil sich damit der Kreis schließt. Für mich eines der besten Bücher, das ich letzthin gelesen habe!
Auch das Hörbuch ist durchaus empfehlenswert.