1860
1860, Cora, eine junge Frau, versucht aus den Engen der damaligen Zeit auszubrechen und flüchtet aus Hamburg, um als Hauslehrerin ein junges Mädchen, Emmi, zu unterrichten. Emmi leidet an Tuberkulose und reist mit ihrem Vater nach Norderney und Cora ist es sehr recht, Hamburg den Rücken kehren zu können. Dort lernt sie Onnen kennen, der ihr als Aufpasser zur Seite gestellt wird. Nach anfänglichem gegenseitigem Misstrauen kommen sich beide mit der Zeit näher.
Der Grund für Coras Flucht liegt in der Vergangenheit, die in Rückblicken erzählt wird. Das gleiche gilt für Onnen, auch hier erfährt man nach und nach, was in seiner Vergangenheit passiert ist.
Interessant fand ich wie es sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und besonders auf den Inseln Norderney und Borkum lebte. Erschreckend war für mich, wie sehr die Rechte der Frauen damals eingeschränkt waren. Besonders beeindruckt haben mich die Beschreibungen über die medizinische Versorgung - vor allem auf den Inseln -, die Anfänge des Tourismus und die Bildung einer Gesellschaft zur Rettung von Schiffbrüchigen.
Hier hat Miriam Georg meiner Meinung nach gut recherchiert. Sie berichtet über ihre Nachforschungen auch in ihrem Nachwort.
Trotz allem Positiven hatte ich ein wenig Mühe in die Geschichte hineinzufinden, und doch kann ich allen Leser/innen, die sich für diese Zeit interessieren, dieses Buch empfehlen.