Flucht an die Nordsee

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leseskorpion Avatar

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Cora, Reederstochter aus Hamburg, muss ihr geregeltes Leben aufgeben weil sie eine Schuld auf sich geladen hat. Sie nimmt eine Stelle als Hauslehrerin der an Tuberkulose erkrankten Emmi an und begleitet sie zur Kur nach Norderney. Dort begegnet sie dem Arbeiter Onnen, der zu ihrer Begleitung abgestellt wird. Auch er hat ein dunkles Geheimnis, das er sorgfältig auf seiner Heimatinsel Borkum zu verbergen scheint.

Der Schreibstil ist ausgesprochen packend, die Storyline gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die Anfänge des Tourismus auf den ostfriesischen Inseln werden sehr eindringlich geschildert, die Schilderung der damit verbundenen Einschränkungen für die Einheimischen hat mich sehr berührt. Auch die Anfänge der organisierten Rettung Schiffbrüchiger werden sehr eindringlich und authentisch beschrieben. Nicht so gut gefallen haben mir die beiden Hauptfiguren. Cora will eine starke, eigenständige Frau sein, die über ihr Leben selbst bestimmt. Dabei suhlt sie sich aber in Selbstmitleid und Schuldgefühlen, flüchtet, anstatt ihr Leben wirklich in die Hand zu nehmen. Auch mischt sie sich ungefragt in vieles ein, was sie nichts angeht und drängt anderen ihren Willen auf, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch Onnen stellt sich nicht seiner Vergangenheit, flüchtet genauso wie Cora anstatt sich den Problemen zu stellen. Ich denke, wenn beide ihre Probleme in Angriff nehmen würden, wäre das Buch noch um einiges spannender. Ob ich Teil 2 lesen werde, weiß ich noch nicht.