Grandios

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Der neue Roman von Miriam Georg entführt uns in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Cora, die Protagonistin, stammt aus einer angesehenen Hamburger Reederfamilie. Sie hält die gesellschaftlichen Zwänge einer Frau ihres Standes nicht mehr aus und so bewirbt sie sich auf die Stelle einer Gouvernante. Die Familie Clasen sucht, für ihre an Schwindsucht erkrankte Tochter Emmi, eine Begleitung für einen Reha Aufenthalt auf der ostfriesischen Insel Norderney. Coras Familie erfährt nichts von ihren Plänen und Cora hat viel Glück und erhält die Stelle. Sie versteht sich gut mit Emmi, die ein wissbegieriges Mädchen ist. Cora möchte Emmi soviel Bildung wie möglich zukommen lassen und sie auch in Naturwissenschaften gut unterrichtet wissen. Eine Tatsache, die 1850 nicht gern gesehen und gewünscht ist. Frauen der Oberschicht sollen nicht gebildet sein, gute Umgangsformen sind wichtig und ihre Aufgabe besteht daran, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Cora weiß, dass und hat seit frühster Jugend dagegen rebelliert, sie hofft, Emmi etwas von ihrer Überzeugung mitgeben zu können. Kurz nach ihrer Ankunft auf Norderney lernt Cora den Fischer Onnen kennen. Nach anfänglicher Antipathie entwickelt sich Sympathie und als Lesende ahnt man schon, da geht noch mehr. Die Gefühle lassen sich nicht aufhalten und die beiden finden zueinander. Doch hat diese Beziehung eine Zukunft? Die beiden stammen aus völlig anderen Welten. In Rückblicken erfahren wir, allerdings nur häppchenweise, was in der Vergangenheit geschah. Die Autorin verrät nie zu viel, doch es ist klar, Cora und Onnen haben beide große Päckchen zu tragen. Auf 608 Seiten schafft es Miriam Georg den Zeitgeist vergangener Jahre aufleben zu lassen. Wieder einmal zeigt sie, dass sie das Genre historischer Unterhaltungsromane perfekt beherrscht. Ihre Romane sind soviel mehr als Unterhaltung, sie sind wahre Wissensübermittlung. Wie man es aus ihren Vorgängerromanen kennt, hat sie auch hier wieder vorab eine gute Recherche geleistet und das bildet die gesamte Geschichte ab. Die tempo- und abwechslungsreiche Handlung ist flüssig geschrieben und weist keine Lücken auf, auch das Lektorat hat gute Arbeit geleistet. Mehr geht einfach nicht. Das Ende des ersten Teils dieser Saga lässt natürlich Fragen aufkommen und macht somit neugierig auf den zweiten Band, der schon in Kürze erscheinen wird. Das ist gut und ich freue mich auf ein Wiedersehe mit liebgewonnenen Figuren.