Mein Lesehighlight im Sommerurlaub!

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sonja26 Avatar

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„Sturmland“ von Miriam Georg könnte für mich zu einem meiner Lesehighlights des Jahres werden. Der Roman entführt seine Leser Ende des 19. Jahrhunderts an die raue Nordseeküste und auf die Inseln Norderney und Borkum.

Im Mittelpunkt steht Cora, eine Hamburger Reedertochter, die aus ihrem bisherigen Leben fliehen muss. Unter falschem Namen nimmt sie auf Norderney eine Stelle als Hauslehrerin an. Dort begegnet sie dem Tagelöhner Onnen, der ihr zunächst alles andere als freundlich gesinnt ist. Doch ausgerechnet die beiden müssen zusammenarbeiten und kommen sich dabei langsam näher. Allerdings trägt nicht nur Cora ein düsteres Geheimnis mit sich herum – auch Onnen hat eine Vergangenheit auf Borkum, über die er nicht sprechen möchte.

Miriam Georg hat mich mit ihrem wortgewaltigen und atmosphärischen Erzählstil wieder einmal vollkommen in den Bann gezogen. Besonders die Beschreibungen der Nordsee und der Inseln haben mir gefallen. Wer selbst gerne an der Nordsee Urlaub macht, kann die raue Landschaft, den Wind und das Meer beim Lesen beinahe spüren.

Cora ist eine starke Protagonistin, die durch ihr Geheimnis lange nicht vollständig zu durchschauen ist. Fast noch interessanter fand ich allerdings Onnen. Auch er trägt einiges mit sich herum und wurde für mich im Laufe der Geschichte zu einer Figur, über die ich unbedingt mehr erfahren wollte. Gerade weil beide ihre Vergangenheit nicht einfach abschütteln können, bleibt eine permanente Spannung bestehen.

Ich habe mich regelrecht in der Geschichte festgelesen und mit den Charakteren mitgefiebert. Man wünscht ihnen so sehr, dass alles gut ausgeht, ahnt gleichzeitig aber, dass noch längst nicht alle Hindernisse überwunden sind.

Das Ende kam für mich deshalb viel zu schnell – und selten war ich so wenig begeistert davon, auf einen zweiten Band warten zu müssen.

„Sturmland“ verbindet starke Charaktere, große Geheimnisse, historische Atmosphäre und ein großartiges Nordsee-Setting zu einem Roman, der mich vollkommen abgeholt hat. Für mich schon jetzt ein Anwärter auf ein Lesehighlight des Jahres.