Wechselbad der Gefühle
Wieder einmal nimmt uns die Autorin Miriam Georg mit ins Leben einer starken Frau, die das Beste aus ihrem Schicksal macht und sich gegen die Konventionen und Erwartungen ihrer Zeit durchsetzt.
Konkret geht es bei Sturmland um Cora, die ihr altes Leben in Hamburg aufgibt und eine Anstellung als Gouvernante für die junge Emmi aufnimmt, und Onnen, der seine Heimat Borkum hinter sich lässt, um sich auf Norderney mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. Beide Hauptprotagonisten verbindet, dass sie eine düstere Vergangenheit hinter sich haben, ansonsten könnten sie aber kaum unterschiedlicher sein, und dennoch kommen sie sich im Laufe der Geschichte langsam aber sicher näher…
Das Ganze spielt am Ende des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund wachsender Forderungen nach einer professionellen Seenotrettung in Hamburg und auf den norddeutschen Inseln. Gleich am ersten Tag als Gouvernante für die junge Emmi macht Cora Bekanntschaft mit den Gefahren der gnadenlosen Nordsee. Erst nach und nach begreift sie, wie knapp sie an dem Tag eigentlich dem Tod entkommen ist. Wie wenig selbstverständlich es ist, Menschen in Seenot zu retten, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar, und doch beschreibt der Roman auch sehr gut, wie viel komplizierter die Situation aus damaliger Sicht war.
Auch das Thema Bildung für Frauen spielt in dem Roman eine wichtige Rolle und ist ebenso wenig nachvollziehbar. Sowohl Cora als auch ihr Schützling Emmi sind sehr neugierig und stoßen immer wieder an die Grenzen dessen, was für eine Frau zur damaligen Zeit als schicklich galt. Die Geschichte zeigt auch sehr schön den Zwiespalt, in dem Frauen damals steckten: Neugier und Lernen schön und gut, aber wenn sie sowieso keine andere Wahl haben als sich einen Ehemann zu suchen und den Rest des Lebens um Haushalt und Kinder zu kümmern, ist es dann nicht schlimmer, als wenn sie sich all das Wissen gar nicht erst angeeignet hätten?
Das waren sehr spannende Gedanken. Ebenso spannend war, wie sich die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptprotagonisten entwickelt. Immer wieder gab es spannende Wendungen, je tiefer man in die Vergangenheit der beiden blicken kann. Der Roman endet mit einem absoluten Tiefpunkt für beide, dafür aber ganz weit oben auf dem Spannungsbogen. Ich kann den zweiten und letzten Teil der Reihe kaum erwarten und hoffe vor allem, dass wir noch mehr Einblick in den Nebendarsteller Tamme bekommen, einer heilkundigen älteren Dame, die ebenfalls sehr mit Vorurteilen und Aberglauben zu kämpfen hat und die mich immer wieder sehr fasziniert hat.
Konkret geht es bei Sturmland um Cora, die ihr altes Leben in Hamburg aufgibt und eine Anstellung als Gouvernante für die junge Emmi aufnimmt, und Onnen, der seine Heimat Borkum hinter sich lässt, um sich auf Norderney mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen. Beide Hauptprotagonisten verbindet, dass sie eine düstere Vergangenheit hinter sich haben, ansonsten könnten sie aber kaum unterschiedlicher sein, und dennoch kommen sie sich im Laufe der Geschichte langsam aber sicher näher…
Das Ganze spielt am Ende des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund wachsender Forderungen nach einer professionellen Seenotrettung in Hamburg und auf den norddeutschen Inseln. Gleich am ersten Tag als Gouvernante für die junge Emmi macht Cora Bekanntschaft mit den Gefahren der gnadenlosen Nordsee. Erst nach und nach begreift sie, wie knapp sie an dem Tag eigentlich dem Tod entkommen ist. Wie wenig selbstverständlich es ist, Menschen in Seenot zu retten, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar, und doch beschreibt der Roman auch sehr gut, wie viel komplizierter die Situation aus damaliger Sicht war.
Auch das Thema Bildung für Frauen spielt in dem Roman eine wichtige Rolle und ist ebenso wenig nachvollziehbar. Sowohl Cora als auch ihr Schützling Emmi sind sehr neugierig und stoßen immer wieder an die Grenzen dessen, was für eine Frau zur damaligen Zeit als schicklich galt. Die Geschichte zeigt auch sehr schön den Zwiespalt, in dem Frauen damals steckten: Neugier und Lernen schön und gut, aber wenn sie sowieso keine andere Wahl haben als sich einen Ehemann zu suchen und den Rest des Lebens um Haushalt und Kinder zu kümmern, ist es dann nicht schlimmer, als wenn sie sich all das Wissen gar nicht erst angeeignet hätten?
Das waren sehr spannende Gedanken. Ebenso spannend war, wie sich die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptprotagonisten entwickelt. Immer wieder gab es spannende Wendungen, je tiefer man in die Vergangenheit der beiden blicken kann. Der Roman endet mit einem absoluten Tiefpunkt für beide, dafür aber ganz weit oben auf dem Spannungsbogen. Ich kann den zweiten und letzten Teil der Reihe kaum erwarten und hoffe vor allem, dass wir noch mehr Einblick in den Nebendarsteller Tamme bekommen, einer heilkundigen älteren Dame, die ebenfalls sehr mit Vorurteilen und Aberglauben zu kämpfen hat und die mich immer wieder sehr fasziniert hat.