wieder ein perfekter Schmöker, um sich zu verlieren

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
sekty Avatar

Von

Cora nimmt eine Stelle aus Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Eigentlich käme das für sie gar nicht in Betracht, aber die Reedereitochter musste Hamburg verlassen und ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Nun kümmert sie sich im Emmi, ein kleines Mädchen, dem sie Unterricht geben soll. Aber bitte nur in den richtigen Fächern und keine Flausel von Frauenrechten, Emanzipation oder den Möglichkeiten, die Frauen eigentlich haben sollten. Während eines Ausflugs geraten Cora und Emmi in Seenot. Tagelöhner Onnen soll von nun an die beiden begleiten. Cora und Onnen kommen sich näher, doch auch Onnen hat etwas zu verbergen und macht ein großes Geheimnis um seine Heimatinsel Borkum.
Als Cora selbständig eine schwerwiegende Entscheidung trifft, kommt es zur Eskalation.

„Sturmland“ ist der erste Band der neuen Dilogie von Miriam Georg und man muss eigentlich (und auch uneigentlich) zwingend den Folgeband „Salzwind“ lesen, der am 06.10.2026 herauskommen wird, denn fast alle Handlungsstränge aus diesem Buch bleiben offen und es endet mit einem fiesen Cliffhanger – das nur vorab.

Wieder einmal hat mich ein Roman von Miriam Georg in eine andere Zeit versinken lassen. Die Reise geht ins Jahr 1860 an die Nordsee. Ich bin immer wieder begeistert, wie die Autorin es schafft Familiengeheimnisse, persönliche Dramen und das damalige Zeitgeschehen zu verknüpfen. Wir verfolgen Cora und Onnen, aber auch Emmi, die leider schwer krank ist, sowie eine Frau namens Tamme lassen einen nicht mehr los. Es gibt ein bisschen Herzschmerz und einen wirklich fiesen, emotionalen Cliffhanger der mich hat leiden lassen, aber die Autorin verliert nie ihr Setting aus den Augen. So spürt man in jedem Kapitel die Schönheit, aber auch Unberechenbarkeit des Meeres. Sie thematisieret die Seenotrettung, die es damals noch nicht gab, das raue Leben auf der Insel, den Stellenwert einer Frau zur damaligen Zeit und auch Einblicke in den Stand der Medizin. Es ist jedes Mal eine „so runde Sache“ bei Miriam Georg, dass man komplett in die Geschichte abtauchen kann.

Ich habe den Roman teilweise gelesen und teilweise gehört. Ich war sehr begeistert, als ich erfahren habe, dass Tanja Fornaro wieder als Erzählerin gewählt wurde, denn ihre Stimme passt so perfekt zu einem historischen Setting, wie es nur möglich ist. Ich lausche ihr einfach unglaublich gerne und daher kann ich sowohl das Taschenbuch, als auch das Hörbuch empfehlen, denn die Geschichte bewegt einen – egal in welchem Format.



Fazit: „Sturmland“ ist wieder ein perfekter Schmöker, um sich zu verlieren, um ins damalige Zeitgeschehen einzutauchen, um mit den Figuren zu leiden, zu lieben und zu leben. Ich freue mich schon extrem auf das Finale der Dilogie.