Hat mich gleich zum nachdenken gebracht

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jenny87 Avatar

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Die Leseprobe von Suki hat bei mir einen sehr nachdenklichen und gleichzeitig neugierigen Eindruck hinterlassen. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass Suki kein gewöhnliches sechzehnjähriges Mädchen ist. Sie wirkt wütend, verletzlich und verloren und scheint ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben. Gerade diese widersprüchliche Art macht sie für mich als Hauptfigur interessant.
Suki lebt bei ihrer Großmutter in Berlin und trägt bereits einiges mit sich herum. Besonders das Gefühl, von den eigenen Eltern verlassen worden zu sein, scheint sie geprägt zu haben. Dadurch wird verständlich, warum sie sich einerseits nach Nähe und Geborgenheit sehnt, andererseits aber Schwierigkeiten damit hat, anderen wirklich zu vertrauen.
Sehr interessant finde ich die Begegnung mit ihrer Lehrerin Anna Fischer. Auch Anna trägt ihre eigene Vergangenheit und Trauer mit sich herum. Zwischen den beiden entsteht keine einfache Beziehung, in der eine Person die andere plötzlich „rettet“. Vielmehr scheint es darum zu gehen, dass zwei Menschen einander wahrnehmen und merken, dass sie mit ihren Problemen nicht völlig unsichtbar sind.
Besonders gefallen hat mir die ruhige und poetische Sprache. Die Geschichte erzählt nicht einfach nur von großen Ereignissen, sondern richtet den Blick auch auf kleine Momente und Gefühle. Dadurch wirkt die Leseprobe sehr intensiv. Die winterliche Stimmung in Berlin passt dabei wunderbar zur Geschichte: kalt, grau und manchmal einsam, aber gleichzeitig gibt es immer wieder kleine Momente von Wärme.
Auch die Themen haben mich angesprochen. Es geht um Einsamkeit, Verlust, Freundschaft, Familie und vor allem um die Sehnsucht danach, dass jemand bleibt. Ich finde es schön, dass der Roman offenbar keine einfachen Lösungen verspricht. Stattdessen scheint er zeigen zu wollen, wie wichtig es manchmal schon sein kann, dass jemand zuhört und einen wirklich sieht.
Die Verbindung zu bekannten literarischen Werken finde ich ebenfalls spannend. Schon in der Leseprobe bekommt man den Eindruck, dass Bücher und Literatur für Suki eine besondere Rolle spielen. Dadurch wirkt die Geschichte noch etwas vielschichtiger.
Mein Fazit
Suki ist für mich nach der Leseprobe ein leiser, emotionaler und ungewöhnlicher Roman. Die Hauptfigur ist nicht perfekt und macht es einem vielleicht nicht immer leicht, aber genau dadurch wirkt sie interessant und glaubwürdig.
Ich möchte unbedingt weiterlesen und erfahren, wie sich die Beziehung zwischen Suki und Anna entwickelt und ob Suki langsam einen Weg findet, mit ihrer Vergangenheit und ihrer Einsamkeit umzugehen.