Tiefgründig...

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
regina1960 Avatar

Von

Die Leseprobe zu "Suki" las sich für mich leicht schwermütig. 16 Jahre alt ist Suki, und sie lebt in Berlin bei ihrer Großmutter. Auf mich macht es den Eindruck, dass Suki vom Leben enttäuscht ist, sie sich einsam fühlt und nach wirklicher Verbindung fehlt. Ihre Mutter hat sie seinerzeit "nur für kurze Zeit" bei ihrer Oma untergebracht, nachdem sie einen neuen Partner gefunden hat. Doch aus der kurzen Zeit ist nun bereits eine lange Zeitspanne geworden. Beim Lesen nimmt man teil an Sukis Gedanken, die rund um den Verlust des Elternhauses, die Schule und die Großmutter kreisen. Sie scheint in einem Zwiespalt zu stecken und nicht richtig zu wissen, wohin und zu wem sie gehört. Für mich las sich bis zum Schluss die Geschichte eher traurig und hat mich auch ins Grübeln gebracht. Stilistisch finde ich, dass der Buchautor Salih Jamal hervorragend zum Ausdruck bringt, wie "leer" und "besonders" sich Suki in dieser Welt fühlen. Sie gehört auf dem Papier zwar zu ihrer Mutter, aber letzendlich zu niemand. Und auch ein Blick in den Spiegel scheint ihr das zu bestätigen. Das Buchcover finde ich ausgezeichnet gewählt und sehr ausdrucksstark.