Zwischen Wut, Einsamkeit und dem Wunsch, gesehen zu werden
Suki ist eine dieser Figuren, bei denen ich bereits nach wenigen Seiten das Gefühl hatte, dass ich sie unbedingt besser kennenlernen möchte. Nach außen gibt sie sich hart, sarkastisch und ziemlich desinteressiert. Sie sitzt hinten im Klassenraum, hat schlechte Noten, musste bereits zweimal eine Klasse wiederholen und gehört ganz offensichtlich nicht zu denen, die problemlos in das klassische Schulsystem passen. Doch je länger ich gelesen habe, desto deutlicher wurde, wie viel Unsicherheit und Verletzlichkeit sich hinter dieser Haltung verbirgt.
Besonders gefallen hat mir, dass Salih Jamal Suki nicht einfach als rebellische Jugendliche zeichnet. Ihre Gedanken springen, Geräusche können sie überfordern, Wörter und Zahlen verschwimmen und manchmal scheint sie sich regelrecht aus ihrer Umgebung herauszuziehen. Gleichzeitig beobachtet sie ihre Mitmenschen unglaublich genau und kommentiert vieles mit einem herrlich trockenen Humor.
Sehr spannend finde ich auch ihre familiäre Situation. Ihr Vater ist Japaner, ihre Mutter lebt inzwischen mit einem neuen Partner in München und Suki ist bei ihrer Großmutter geblieben – ursprünglich sollte das nur vorübergehend sein. Aus Monaten wurden jedoch Jahre und die Beziehung zu ihrer Mutter wurde immer distanzierter. Gerade diese Rückblicke haben mir noch einmal einen ganz anderen Blick auf Sukis Wut gegeben.
Am meisten berührt hat mich allerdings die Beziehung zu ihrer Oma. Die beiden sagen sich nicht ständig, wie wichtig sie einander sind. Ihre Zuneigung steckt vielmehr in winzigen Gesten: einer Taschenlampe als vorgezogenem Weihnachtsgeschenk oder den warmen Socken, die die Großmutter für Suki herauslegt. Gerade weil Suki versucht, all das nicht an sich heranzulassen, wirken diese Momente umso stärker.
Auch sprachlich hat mich die Leseprobe überzeugt. Es gibt viele ungewöhnliche Bilder und kleine Beobachtungen, die hängen bleiben, gleichzeitig fühlt sich Sukis Stimme sehr direkt und authentisch an.
Besonders gefallen hat mir, dass Salih Jamal Suki nicht einfach als rebellische Jugendliche zeichnet. Ihre Gedanken springen, Geräusche können sie überfordern, Wörter und Zahlen verschwimmen und manchmal scheint sie sich regelrecht aus ihrer Umgebung herauszuziehen. Gleichzeitig beobachtet sie ihre Mitmenschen unglaublich genau und kommentiert vieles mit einem herrlich trockenen Humor.
Sehr spannend finde ich auch ihre familiäre Situation. Ihr Vater ist Japaner, ihre Mutter lebt inzwischen mit einem neuen Partner in München und Suki ist bei ihrer Großmutter geblieben – ursprünglich sollte das nur vorübergehend sein. Aus Monaten wurden jedoch Jahre und die Beziehung zu ihrer Mutter wurde immer distanzierter. Gerade diese Rückblicke haben mir noch einmal einen ganz anderen Blick auf Sukis Wut gegeben.
Am meisten berührt hat mich allerdings die Beziehung zu ihrer Oma. Die beiden sagen sich nicht ständig, wie wichtig sie einander sind. Ihre Zuneigung steckt vielmehr in winzigen Gesten: einer Taschenlampe als vorgezogenem Weihnachtsgeschenk oder den warmen Socken, die die Großmutter für Suki herauslegt. Gerade weil Suki versucht, all das nicht an sich heranzulassen, wirken diese Momente umso stärker.
Auch sprachlich hat mich die Leseprobe überzeugt. Es gibt viele ungewöhnliche Bilder und kleine Beobachtungen, die hängen bleiben, gleichzeitig fühlt sich Sukis Stimme sehr direkt und authentisch an.