Ein leises Buch mit lautem Nachhall

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kkruse Avatar

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Suki heißt die unbequeme Protagonistin dieses beeindruckenden Buches. Sie ist eine wütende Teenagerin, die sich in der Welt ziemlich allein gelassen und verloren fühlt. Trotzdem ist Suki zugleich ein kämpferischer und starker Charakter und versucht in einer Welt, der sie egal zu sein scheint, Halt, Verlässlichkeit und Vertrauen zu finden.
Überraschend wird ihre Lehrerin Anna Fischer zu solch einem Anker, doch diese hat ebenso ihre privaten Probleme und fühlt sich gleichermaßen verloren und haltlos. Dennoch leidet sie auf andere Weise als Suki. Trotz ihrer Sorgen hält sie eine starke, professionelle Fassade aufrecht, wodurch ihr Umfeld kaum etwas von ihrer wahren Gefühlswelt bemerkt. Im Zusammentreffen mit Suki bekommt Annas Professionalität aber Risse und sie überschreitet pädagogische Grenzen, um Suki eine helfende Hand zu reichen.
Der Roman besticht vor allem durch seine poetischen, leisen Töne. Sensibel aber dennoch nie rührselig oder verklärend wird die zerbrechliche Beziehung zwischen Suki und ihrer Lehrerin beschrieben. Dem Autor gelingt es unglaublich gut, Stimmungen einzufangen, indem er den Fokus des Lesers auf viele kleine Details, wie Licht, Geruch oder (leise) Töne, lenkt. Dass die Handlung im Winter angesetzt ist, macht die von den Charakteren empfundene soziale Kälte umso nachdrücklicher spürbar und verdeutlicht die bedrückende Stimmung. „Suki“ ist ein leises, poetisches Buch mit oft traurigen Zwischentönen, aber gerade dadurch behauptet es sich und hallt laut und eindringlich in einem nach. Mich haben die zwei Hauptfiguren sehr bewegt und ich fand sie nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Sicher wird mir diese gefühlvolle Geschichte noch lange in Erinnerung bleiben, auch wenn sie mich etwas melancholisch stimmt.
Im Nachwort erklärt der Autor, dass er mit diesem Buch aufzeigen möchte, wie das permanente Hintergrundrauschen verschiedener Krisen in unserem Alltag in das Innere der Menschen eindringt und dadurch psychische Probleme und soziale Kälte erzeugt. Das ist ein schonungsloser, aber ehrlicher Blick auf die Realität, aber das Buch hilft auch leise Hoffnungsschimmer zu erkennen. Dies ist die Botschaft von „Suki“, die beeindruckend laut nachhallt.