Einsamkeit, Vertrauen und vorsichtige Nähe

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nikko_yarop Avatar

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Salih Jamal gelingt es, die schwierige Situation, in die Suki geraten ist, nachvollziehbar und sensibel darzustellen. Suki lebt bei ihrer Großmutter, ist bereits sitzen geblieben und hat kaum noch Motivation für die Schule. Sie lässt den Schulalltag mehr über sich ergehen, als dass sie wirklich daran teilnimmt.

Der Einstieg in die Geschichte führt mitten hinein in Sukis Leben. Vieles wird nicht ausführlich erklärt, sondern erschließt sich nach und nach. Das passt zwar zu der zurückgezogenen und orientierungslosen Figur, hat aber auch zur Folge, dass man zunächst etwas Orientierung sucht.

Eine wichtige Veränderung bringt die Lehrerin Anne Fischer. Zwischen ihr und Suki entsteht vorsichtig Vertrauen. Eine Berührung, die einfache Frage „Was fehlt dir?“ – kleine Momente, die eine besondere Beziehung zwischen den beiden entstehen lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch Anne einen schweren Verlust mit sich trägt. Zwei seelisch verletzte Menschen erkennen etwas voneinander und geben sich auf unterschiedliche Weise Halt.

Suki ist dabei eine nachvollziehbare und gut gezeichnete Figur. Bei Anne bleibt für mich dagegen eine gewisse Distanz bestehen; ihre Person und ihre Gefühle hätte ich mir stellenweise etwas greifbarer gewünscht. Auch die Traumsequenzen konnten mich nicht ganz überzeugen, da mir ihr bewusst poetischer Ansatz teilweise etwas aufgesetzt erschien.