Poetische Worte treffen aus distanzierte Charaktere

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wunderblume23 Avatar

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Die Leseprobe von Suki fand ich sehr ansprechend und vielversprechend. Allerdings hat sich der anfänglich sehr positive Eindruck nicht durchsetzen können.

Der Verlauf der Geschichte ist gespickt mit extrem poetischen, elegant geschriebenen Sätzen und Metaphern, die man am liebsten unterstreichen möchte. Jamal versteht es zweifellos, Atmosphäre über Sprache zu kreieren.

Leider schafft es diese sprachliche Schönheit nicht, die inhaltlichen Schwächen auszugleichen. Die Ausarbeitung der Figuren konnte mich nicht überzeugen. Die Protagonistin Suki bleibt über die gesamte Handlung hinweg seltsam fern und emotional distanziert. Es gelingt kaum, eine echte Identifikation mit ihr aufzubauen oder ihr in ihrer Entwicklung wirklich nahezukommen. Ähnlich ist es bei ihrer Lehrerin Anna: die schweren Schicksalsschläge werden nur angerissen. Es fehlt an Tiefe, um sie als prägende Figur der Geschichte glaubhaft wirken zu lassen.

Das Cover ist KI-generiert und wird der Ästhetik, die man sich beim Lesen erhofft, kaum gerecht. Suki habe ich mir beim Lesen optisch anders vorgestellt, weniger "Schulmädchen".

Mein Fazit: Suki ist ein Roman voller schöner Worte, der letztlich aber nicht vollständig überzeugen kann. Interessante Schicksale werden angerissen, aber nicht in der Tiefe bearbeitet. Daher werden die Charaktere nicht wirklich plastisch. Kein Buch, das lange nachhallt - wie ich es erwartet hatte.