Zwei verlorene Seelen

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evelynmartina Avatar

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„Das Leben ist wie eine Suppe, in die man Salz geben muss.“
Eines von vielen zum Teil fast schon poetischen Sätzen aus „Suki“, dem Roman von Salih Jamal, die zum Nachdenken anregen.
Doch worum geht es?
Es geht um Suki, eine 16-jährige Jugendliche, die von ihren deutsch-asiatischen Eltern bei ihrer Großmutter sozusagen geparkt und nicht mehr abgeholt wurde. Und es geht um Anna Fischer, Suki’s Lehrerin, die nach einem Schicksalsschlag wieder Fuß fassen muss und will.
Die Zwei haben es nicht leicht. Suki, die am liebsten durch die Straßen läuft und Anna, die sich in Gedanken an Vergangenes verliert.
Nach einem Unfall wird der Kontakt zwischen Schülerin und Lehrerin zunehmend enger, und beide merken, dass einer dem anderen vielleicht Halt geben kann.

Die Geschichte spielt an nur wenigen Tagen im weihnachtlichen Berlin und glänzt vor allem mit ihrem Erzählstil und ihrer Sprache, die mit Gefühlen, Bildern und Vergleichen spielt. An Handlung passiert eigentlich wenig. Dennoch habe ich dem Geschehen gerne zugehört, das zum einen Suki’s Leben und Weltsicht und Anna’s Vergangenheit nach und nach aufdeckt. Sabine König, die Sprecherin macht ihre Sache mit passendem Tempo und treffender Betonung gerade bei den Dialogen richtig gut. Trotzdem konnte ich das Ganze nur häppchenweise genießen, weil ich das Gehörte immer wieder sacken lassen musste.

Unterm Strich ein in meinen Augen leises, sich durch den besonderen Erzähl- und Sprachstil auszeichnendes Buch mit zwei authentisch gezeichneten Hauptfiguren, die am Ende ein Stück weit Hoffnung aufkeimen lassen. In der Print-Ausgabe steht wohl noch ein Nachwort des Autors, das offensichtlich im Hörbuch weggelassen wurde.