Glanz, der Risse zeigt

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apfelmaus Avatar

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Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses unterschwellige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt – und genau das hat mich sofort gepackt. Die Atmosphäre wirkt gleichzeitig verlockend und beklemmend: luxuriöse Kulisse, flirrende Hitze, aber darunter liegt eine Spannung, die sich kaum greifen lässt und mich beim Lesen richtig unruhig gemacht hat.

Besonders intensiv fand ich die Perspektive von Mia. Ihre Gedanken wirken nahbar, aber auch widersprüchlich, was sie für mich unglaublich interessant macht. Man merkt schnell, dass sie etwas verbirgt, und genau dieses Nicht-Greifbare sorgt dafür, dass ich ihr gleichzeitig folgen will und ihr misstraue. Auch die Begegnungen im Resort haben bei mir eher ein ungutes Gefühl hinterlassen als Urlaubsstimmung – vieles wirkt künstlich, fast wie eine Fassade.

Der Schreibstil ist dabei sehr eindringlich und detailreich, ohne sich zu verlieren. Gerade die Sinneseindrücke bleiben hängen und verstärken dieses Gefühl, dass hinter der perfekten Oberfläche etwas Dunkles lauert. Ich hatte beim Lesen mehrmals Gänsehaut und das Bedürfnis, weiterzulesen, um herauszufinden, was hier wirklich vor sich geht.

Für mich fühlt sich das nach einem Sommerthriller an, der nicht nur spannend, sondern auch psychologisch dicht ist – genau die Art von Geschichte, die man nicht so schnell aus dem Kopf bekommt.