Atmosphärischer Auftakt, aber schwache Figurenzeichnung

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benraun777 Avatar

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„Summer Heat“ von Summer Heat beginnt mit einer vielversprechenden, fast schon filmreifen Kulisse: ein luxuriöses Resort an der Algarve, flirrende Hitze, geheimnisvolle Begegnungen und unterschwellige Spannung. Gerade die ersten Kapitel haben mich durch die dichte Atmosphäre und das Setting wirklich abgeholt – man spürt förmlich die salzige Meeresluft, die pulsierenden Partys und das unterschwellige Geheimnis, das über allem liegt.

Leider konnte mich die Geschichte im weiteren Verlauf nicht mehr vollständig überzeugen. Besonders die Hauptfigur Mia war für mich schwer greifbar und auf Dauer eher anstrengend. Ihre ständige Unsicherheit und Ängstlichkeit wirkten überzeichnet, wodurch es mir schwerfiel, eine echte Verbindung zu ihr aufzubauen. Auch ihre schnelle emotionale Abhängigkeit von Yanis erschien mir wenig nachvollziehbar. Die Beziehung der beiden entwickelt sich sehr rasch und wird früh durch intime Szenen geprägt, die für meinen Geschmack etwas zu früh und zu häufig eingesetzt wurden, ohne dass zuvor eine tiefere emotionale Grundlage geschaffen wurde.

Schade ist zudem, dass das spannende Grundkonzept – ein luxuriöser Ort mit dunklen Geheimnissen – nicht ganz das Potenzial ausschöpft, das es verspricht. Die Idee ist stark, die Umsetzung hätte jedoch mehr Tiefe und vor allem stärkere, eigenständigere Figuren gebraucht.

Insgesamt ein Buch mit tollem Setting und spannender Grundidee, das mich aber durch die Charakterdarstellung und Entwicklung nicht vollständig überzeugen konnte.