Eher Sommerlektüre denn Thriller

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Die Algarve lockt, das einladende Cover, das die sommerliche Hitze direkt abzustrahlen scheint, ebenso, dazu die Beschreibung, welche einen atmosphärischen Thriller vor herrlicher Kulisse verspricht – ich bin gespannt.

Dieses Luxusresort, das hoch über dem Meer auf einem Plateau liegt, punktet mit seiner exklusiven Lage und einem Strand, der unter den hoch aufragenden Klippen liegt. Mia bewirbt sich als Animateurin, sie wird hier Yoga-Stunden anbieten und auch wird sie aktives Mitglied der resorteigenen Showtruppe sein.

Das Buch lockt ungemein, die ersten Seiten sind wie ein Ankommen. Alles ist neu und ungewohnt, man spürt die flirrende Hitze, auch Mia kommt ziemlich abgekämpft an und findet sich alsbald mit den harten Tatsachen konfrontiert, denn hinter den Kulissen dieser champagnergetränkten Glitzerwelt ist nichts schillernd, die Realität der Angestellten ist eher das genaue Gegenteil.

Mia ist es, die ihre Sicht, ihre Empfindungen, ihre Erlebnisse mit den Gästen, vor allem aber mit ihren Kollegen und Kolleginnen, offenbart. Hier lernt sie Yanis kennen, der hauptsächlich als Barkeeper fungiert und auch er gibt Einblicke in seinen Tagesablauf, die Nächte mit eingeschlossen. Bald kommen sich die beiden näher, sie genießen ihre freie Zeit miteinander und doch hat es den Anschein, als ob da so einiges zwischen ihnen stehen würde. Auch der Ton zwischen den übrigen Angestellten ist eher rau, es gibt Rivalitäten und Eifersüchteleien und nicht nur das – man spürt vieles, das unter der Oberfläche wabert.

„…nicht, bevor ich getan habe, was ich tun muss.“ Diesen Satz lese ich so oder so ähnlich des Öfteren und natürlich drängt sich mir die Frage auf, was es denn ist, was sie, was Mia tun muss. Ich werde es erfahren – irgendwann, ja. Aber auch dann bin ich etwas ratlos, denn dieser Grund ist so banal, so an den Haaren herbeigezogen, dass ich auf mehr hoffe. Die Story verliert sich in Banalitäten, sie hält sich zu viel in Nebensächlichkeiten auf, die sich über zu viele Seiten ziehen. Dadurch wird es langatmig und auch wenn sich so etliche Gestalten sonderbar benehmen, hat dieses Verhalten keine Thriller-Qualitäten. Yanis dann ist eher ein Akrobat der Betten, sein Geheimnis ist so uninteressant wie wunderlich und auch dann, als eine Leiche gefunden wird, zieht die Story nicht an.

Das Zwischenmenschliche wird hier sehr ausführlich dargeboten, die Thriller-Elemente dagegen sind rar gesät. Gut, es ist eine nette Geschichte, die jedoch zu viel verspricht. Als versierte Thriller-Leserin bin ich anderes gewohnt. Es ist eher eine Lektüre für zwischendurch vor atemberaubender Kulisse, die schnell gelesen ist. Wie gesagt: ganz nett.