Erfolgsformeln kopiert
Willkommen zu „Summer Heat“ von Solveig-Marie Kastner. Es ist das Debüt der deutschen Autorin, das als geeignet für White Lotus-Fans beworben wurde. Ich habe die preisgekrönte HBO-Serie noch nie gesehen, aber ich habe natürlich schon viel über sie mitbekommen. Aber das war für mich ohnehin nicht das Verkaufsargument, es war eher das Cover, das wirklich gut zum Titel passt. Auch wenn der Sommer noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, aber die einzelnen schon schönen Tagen haben definitiv Lust darauf gemacht, sodass ich gerne mal reingelesen habe.
Nachdem ich „Summer Heat“ nun beendet habe, bin ich etwas konsterniert. Obwohl ich doch einige Kritikpunkte habe, muss ich dem Buch doch zugute halten, dass ich es fix gelesen habe. Das hätte auch sehr zäh werden können, war es aber nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass sich Kastner sehr viel woanders abgeguckt hat, sodass sie viele gut funktionierende Stile zwar parat hat, die aber nicht richtig zueinander passten, sodass eine löchrige Handlung zusammengekommen ist. Für mich sind am meisten Anleihen an Freida McFadden zu erkennen. Da geht es vor allem um die Entscheidung, zunächst nur eine Perspektive anzubieten, um es dann später auszuweiten. Und natürlich würde ich generell die Motivation von Protagonistin Mia sowie die Darstellung der Geschlechter noch nennen, die starke Parallelen evozieren. Das Setting wiederum passt dann eher zu anderen Thrillerautoren, da würde ich vor allem an Lucy Clarke denken. Man sieht also, hier sind einige gute Erfolgsformeln im Blick, aber durch verschiedene Aspekte hat sich die Geschichte von Kastner so nicht nach einer eigenen Erzählstimme angehört.
Ihre eigene Stimme hätte die Autorin vor allem in der Gestaltung der Figuren finden können. Aber es ist schon etwas stressig mit Mia in die Handlung zu starten. Ich fand sie zwar nicht unsympathisch, zumal wir mit ihr in einem Boot sitzen und so das Mobbing und andere Rückschläge mitbekommen, was Empathie erzeugt, aber sie war auch auf eine Art sehr anstrengend. Gleichzeitig hat sich Kastner natürlich bemüht, nicht alles über Mia zu teilen. So gab es erstmal nur Andeutungen, die auch tatsächlich gewisse falsche Annahmen bei mir ausgelöst haben (das war gut!). Aber es war kein Bild, was in der Darstellung von Mia geholfen hätte. Irgendwann ließ dann auch die Empathie nach, denn das was Mia widerfahren hat, so ging sie selbst durch die Welt. Sie war an vielen Stellen sehr voreingenommen und so wurde eine sehr toxische Atmosphäre erzeugt. Das kann sogar genau Kastners Absicht gewesen sein, aber ich brauche gerade für das Nachhallen und Mitfiebern etwas Emotionales, Familiäres und da gab es hier nichts von.
Nachdem sich die Geschichte mit den Perspektiven geweitet hat, wurde es aber auch nicht reicher, denn Yanis ist als Figur schwer zu ertragen. An der Stelle hat dann sehr geholfen, dass die Autorin zunehmend auf kurze Kapitel setzt. Damit war der Schrecken zu ihm dann wenigstens auch schnell vorbei. Zudem setzen aber hier dann für mich auch gewisse logische Lücken ein. Gerade bei vielen Nebenfiguren war überhaupt nicht ersichtlich, warum sie was tun, warum sie was fühlen. Zumal auch keine Person richtig aktiv ist, die man hinter alles vermutet. Manches wirkt einfach nur zufällig, aber da bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt so beabsichtigt war. Irgendwann offenbart sich dann endlich das Hauptanliegen der Geschichte, aber da hat mich die Handlung dann leider endgültig verloren. Denn warum Mia sich in solche Gefahr begeben hat, warum sie generell manche Sichtweisen hatte und warum so ein Himmelfahrtskommando uns logisch erscheinen sollte, alles unklar. Dass quasi am Ende noch alles ‚gut‘ ausgeht, das wirkt dann unrealistisch.
Fazit: Ich hatte wirklich Lust auf „Summer Heat“ und ich gebe neuen Autoren, gerade aus Deutschland, gerne eine Chance. Aber hier hat sich das nicht gelohnt. Es war ein wilder Mischmasch gut funktionierender Stile, aber die passten nicht ideal zusammen und Solveig-Marie Kastner hat es in meinen Augen verpasst, ihre eigene Stimme zu finden. Mir ist bewusst, dass der Buchmarkt oft nach Trends abläuft und man nur so Verträge bekommt, aber auch einem Trend kann man seinen eigenen Stempel aufdrücken.
Nachdem ich „Summer Heat“ nun beendet habe, bin ich etwas konsterniert. Obwohl ich doch einige Kritikpunkte habe, muss ich dem Buch doch zugute halten, dass ich es fix gelesen habe. Das hätte auch sehr zäh werden können, war es aber nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass sich Kastner sehr viel woanders abgeguckt hat, sodass sie viele gut funktionierende Stile zwar parat hat, die aber nicht richtig zueinander passten, sodass eine löchrige Handlung zusammengekommen ist. Für mich sind am meisten Anleihen an Freida McFadden zu erkennen. Da geht es vor allem um die Entscheidung, zunächst nur eine Perspektive anzubieten, um es dann später auszuweiten. Und natürlich würde ich generell die Motivation von Protagonistin Mia sowie die Darstellung der Geschlechter noch nennen, die starke Parallelen evozieren. Das Setting wiederum passt dann eher zu anderen Thrillerautoren, da würde ich vor allem an Lucy Clarke denken. Man sieht also, hier sind einige gute Erfolgsformeln im Blick, aber durch verschiedene Aspekte hat sich die Geschichte von Kastner so nicht nach einer eigenen Erzählstimme angehört.
Ihre eigene Stimme hätte die Autorin vor allem in der Gestaltung der Figuren finden können. Aber es ist schon etwas stressig mit Mia in die Handlung zu starten. Ich fand sie zwar nicht unsympathisch, zumal wir mit ihr in einem Boot sitzen und so das Mobbing und andere Rückschläge mitbekommen, was Empathie erzeugt, aber sie war auch auf eine Art sehr anstrengend. Gleichzeitig hat sich Kastner natürlich bemüht, nicht alles über Mia zu teilen. So gab es erstmal nur Andeutungen, die auch tatsächlich gewisse falsche Annahmen bei mir ausgelöst haben (das war gut!). Aber es war kein Bild, was in der Darstellung von Mia geholfen hätte. Irgendwann ließ dann auch die Empathie nach, denn das was Mia widerfahren hat, so ging sie selbst durch die Welt. Sie war an vielen Stellen sehr voreingenommen und so wurde eine sehr toxische Atmosphäre erzeugt. Das kann sogar genau Kastners Absicht gewesen sein, aber ich brauche gerade für das Nachhallen und Mitfiebern etwas Emotionales, Familiäres und da gab es hier nichts von.
Nachdem sich die Geschichte mit den Perspektiven geweitet hat, wurde es aber auch nicht reicher, denn Yanis ist als Figur schwer zu ertragen. An der Stelle hat dann sehr geholfen, dass die Autorin zunehmend auf kurze Kapitel setzt. Damit war der Schrecken zu ihm dann wenigstens auch schnell vorbei. Zudem setzen aber hier dann für mich auch gewisse logische Lücken ein. Gerade bei vielen Nebenfiguren war überhaupt nicht ersichtlich, warum sie was tun, warum sie was fühlen. Zumal auch keine Person richtig aktiv ist, die man hinter alles vermutet. Manches wirkt einfach nur zufällig, aber da bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt so beabsichtigt war. Irgendwann offenbart sich dann endlich das Hauptanliegen der Geschichte, aber da hat mich die Handlung dann leider endgültig verloren. Denn warum Mia sich in solche Gefahr begeben hat, warum sie generell manche Sichtweisen hatte und warum so ein Himmelfahrtskommando uns logisch erscheinen sollte, alles unklar. Dass quasi am Ende noch alles ‚gut‘ ausgeht, das wirkt dann unrealistisch.
Fazit: Ich hatte wirklich Lust auf „Summer Heat“ und ich gebe neuen Autoren, gerade aus Deutschland, gerne eine Chance. Aber hier hat sich das nicht gelohnt. Es war ein wilder Mischmasch gut funktionierender Stile, aber die passten nicht ideal zusammen und Solveig-Marie Kastner hat es in meinen Augen verpasst, ihre eigene Stimme zu finden. Mir ist bewusst, dass der Buchmarkt oft nach Trends abläuft und man nur so Verträge bekommt, aber auch einem Trend kann man seinen eigenen Stempel aufdrücken.