Kann nicht ganz überzeugen

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annibunny Avatar

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Summer Heat ist ein Buch, das mich mit sehr gespaltenen Gefühlen zurücklässt. Das Cover überzeugt zunächst mit netter Haptik und einer zu Titel und Setting passenden Palme vor einem bedrohlichen Himmel. Leider verraten es schon der Untertitel und insbesondere der Klappentext, was erst nach vielen Seiten passiert: Es wird jemand sterben.

Bis es so weit ist, begleiten wir erstmal Mia, die in einem Luxusresort in Portugal anheuert. Wir erfahren, dass sie ihren ganz besonderen Beweggründe hat, über die man aber lange im Dunkeln gelassen wird. Dort lernt sie den sympathisch erscheinenden Yanis kennen, mit dem sie sich Hals über Kopf in eine Liebelei stürzt. Lange Zeit plätschert es so dahin, immer mit einer latenten Bedrohung im Hintergrund und der Frage, was die beiden voreinander zu verbergen haben.

Mehr kann ich eigentlich nicht erzählen, ohne zu spoilern. Auch wenn er hier sehr mit dem Holzhammer daherkommt, finde ich den Ansatz gut, toxische Männlichkeit und deren Folgen zu thematisieren. Täter-Opfer-Umkehr, Front-Row-Girls, Stalking, Kindesmisshandlung, nebenbei noch etwas Ausbeutung im Job. All dies sind sehr furchtbare Themen, die hier aber möglicherweise etwas zu gesammelt aufkommen. Aber auch das wäre zu verschmerzen, gäbe es nicht den Epilog. Dieser zerstört in meinen Augen die gesamte Female-Empowerment-Botschaft, die hier vielleicht hätte überbracht werden können.