Langatmig aber nett für zwischendurch

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mrs.unfold Avatar

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Summer Heat von Solveig Marie Kastner hat mich vor allem durch den interessanten Klappentext und die vielversprechende Ausgangsidee neugierig gemacht. Meine Erwartungen wurden grundsätzlich erfüllt, wenn auch anders als gedacht. Die Geschichte konnte mich unterhalten, zum Nachdenken bringen und an einigen Stellen auch ordentlich aufregen gerade bei bestimmten Themen, bei denen sich vermutlich viele Frauen wiedererkennen werden. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin das sommerliche Setting nicht einfach nur als schöne Kulisse nutzt, sondern es geschickt mit der Handlung verbindet. Dadurch entsteht eine stimmige Atmosphäre, die gleichzeitig leicht und zunehmend düster wirkt. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Immer wieder werden kleine Hinweise und mögliche Spuren gestreut, die mich zum Spekulieren und Miträtseln eingeladen haben. Gerade diese Aspekte haben für mich einen großen Teil des Reizes der Geschichte ausgemacht. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Liebesgeschichte deutlich zu viel Raum einnimmt. Zwar ist sie nicht völlig losgelöst vom eigentlichen Geschehen und transportiert durchaus wichtige Botschaften, für die eigentliche Handlung und deren Auflösung ist sie meiner Meinung nach aber eher zweitrangig. Trotzdem nimmt sie einen sehr großen Teil des Buches ein, wodurch sich für mich einige Längen ergeben haben. Der eigentliche Thriller Anteil kommt dadurch leider etwas zu kurz. Gerade hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Einige interessante Ansätze wurden meiner Meinung nach nicht vollständig ausgeschöpft und hätten sowohl für die Handlung als auch für die Entwicklung der Protagonistin bereits früher eine größere Rolle spielen können. Dadurch wirkte das Ende auf mich etwas plötzlich und stellenweise auch zu einfach gelöst. Auch im Hinblick auf die verschiedenen Beziehungen hätte ich mir noch eine abschließende Auseinandersetzung gewünscht, um bestimmte Entwicklungen besser einordnen zu können. Insgesamt ist das Buch für mich ein solider und atmosphärischer Thriller mit einer spannenden Grundidee, einer gelungenen Kulisse und einigen interessanten Rätselansätzen. Auch wenn ich mir bei der eigentlichen Thrillerhandlung etwas mehr Tiefe und Raum gewünscht hätte, hatte ich insgesamt eine gute Lesezeit.