Sommer-Thriller mit starker Atmosphäre

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jordis Avatar

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Summer Heat beginnt wie eine typische Sommergeschichte: Mia nimmt einen Job in einem luxuriösen Resort an der Algarve an. Doch schnell wird klar, dass sie nicht nur zum Arbeiten dort ist. Sie verfolgt ihren eigenen Plan und gleichzeitig stimmt im Resort etwas ganz und gar nicht.

Was mich beim Lesen wirklich begeistert hat, war die Art, wie sich die Spannung entwickelt. In der ersten Hälfte passiert objektiv gesehen gar nicht so viel und trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Dieses ständige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, zieht sich durch die ganze Geschichte. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt unangenehmer, fast beklemmend. Man hat permanent das Gefühl, dass sich etwas zusammenbraut und dass man eigentlich niemandem so richtig trauen kann.

Auch Mia als Figur fand ich interessant. Ihre Gedanken und inneren Konflikte sind sehr präsent, und man merkt, wie sehr sie selbst mit sich ringt. Manche ihrer Entscheidungen konnte ich zwar nicht komplett nachvollziehen, aber genau das passt auch zu ihrer Situation. Sie hinterfragt sich selbst ständig und ist innerlich ziemlich zerrissen, was ihre Figur für mich glaubwürdig gemacht hat.

Besonders gelungen fand ich, wie viele kleine Hinweise über das Buch verteilt sind. Dinge, die man zunächst nur am Rande wahrnimmt, ergeben später plötzlich Sinn. Dadurch bleibt die Spannung die ganze Zeit unterschwellig präsent.

Der Schluss bringt dann noch einmal Bewegung in alles. Die finale Auflösung habe ich auf jeden Fall nicht vorher gesehen, aber auf das, was genau abläuft, gab es auch keine konkreten Hinweis.

Der Epilog hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich ihn finde. Für mich hat er das Gesamtbild aber nicht wirklich gestört.

Insgesamt ist Summer Heat für mich ein Thriller, der weniger durch spektakuläre Ereignisse überzeugt, sondern durch Atmosphäre und ein konstant wachsendes Unbehagen. Gerade diese langsam kippende Stimmung hat mich komplett gepackt. Dafür vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.