Wenn die Sommeridylle Risse bekommt

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bücherdrache Avatar

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Schon die ersten Seiten vermitteln dieses flirrende Sommergefühl, das jedoch schnell Risse bekommt. Das luxuriöse Resort an der Algarve wirkt wie ein perfekter Rückzugsort, doch hinter der glänzenden Oberfläche liegt von Anfang an etwas Unangenehmes. Dieses unterschwellige Unbehagen hat mich durch die gesamte Geschichte getragen.

Der Schreibstil ist klar und angenehm zu lesen. Die Autorin arbeitet mit stimmungsvollen Bildern, ohne sich darin zu verlieren, und schafft es, die Szenerie greifbar zu machen. Die Handlung entwickelt sich bewusst ruhig und setzt weniger auf Tempo als auf Atmosphäre. Das sorgt für eine stetig wachsende Spannung, auch wenn sich einzelne Passagen etwas ziehen.

Mia und Yanis bleiben lange schwer einzuordnen. Beide bringen ihre eigenen Geheimnisse mit, und das wachsende Misstrauen zwischen ihnen verleiht der Geschichte zusätzliche Spannung. Mia ist dabei keine klassische Sympathieträgerin, eher widersprüchlich und in manchen Momenten schwer nachvollziehbar, was sie jedoch auch interessant macht.

Besonders stark ist die sich verändernde Stimmung. Das vermeintliche Paradies verliert Schritt für Schritt seine Unbeschwertheit und entwickelt eine beklemmende Dynamik. Die Wendungen bringen Bewegung in die Handlung und sorgen dafür, dass man bis zum Schluss wissen möchte, wie sich alles zusammenfügt, auch wenn nicht jede Entwicklung vollständig überzeugt.

Insgesamt ist Summer Heat kein rasanter Thriller, sondern ein atmosphärischer Spannungsroman, der sich Zeit nimmt und vor allem durch seine Stimmung wirkt. Nicht durchgehend fesselnd, aber von einer stillen Sogkraft getragen, die sich nach und nach entfaltet und für mich vor allem durch ihre besondere Atmosphäre nachgewirkt hat.