Ein Sommer in Cornwall

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svettusch Avatar

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Dieses Buch ist äußerlich wunderschön und vor allem mit den Folgebänden wird diese Reihe so richtig glänzen. Ich bin ein großer Fan von den Komplementärfarben und den Farbschnitten, die die jeweilige Jahreszeit immer wieder aufgreifen. Auch finde ich den Gedanken toll, dass man noch ganze 3 Mal zu dieser Clique und diesem schönen Örtchen zurückkehren kann.

So ganz hat mich Scarletts und Jonahs Geschichte leider nicht überzeugen können, für meine Verhältnisse habe ich auch recht lange daran gelesen. Scarlett fängt in Cornwall neu an, ihre beste Freundin Emily arbeitet hier bereits und sie kann sich mit ihr ein Zimmer teilen. Allerdings sitzt sie einem Internetbetrüger auf und muss schließlich am Strand mit einem Bauchladen verkaufen, da sie komplett pleite ist. In Cornwall begegnet sie ebenfalls Jonah, er ihr immer wieder unter die Arme greift. Es fliegen die Funken zwischen den beiden, dabei hat sie doch bereits einen On-Off-Partner in London...

Die Charaktere selber sind alle sympathisch (bis auf Eric oder andere, klar als "Antagonisten" gezeichnete Personen"), auch wenn ich das Gefühl hatte, das insbesondere die Nebencharaktere noch Potenzial für mehr Tiefe haben. Scarlett ist ein ziemlicher Wirbelwind und fällt oftmals übereilte Entscheidungen. Das empfand ich sogar als recht erfrischend, denn ich brauche nicht immer die perfekte Protagonistin, sondern freue ich mich darüber, wenn mal jemand aneckt. Jonah wiederum hilft ihr oftmals aus der Patsche und ist ein guter Kerl. Er hadert mit seiner Vergangenheit (oder vielmehr die seiner Familie) und hat ein paar Geister der Vergangenheit, die ihn immer wieder bei seinen Entscheidungen antreiben. So ganz konnte ich manche Beweggründe oder Entscheidungen von beiden aber nicht immer nachvollziehen, was wohl vor allem daran lag, dass ich in der Geschichte nie gänzlich angekommen bin.

Viele der Dialoge fühlten sich für mich nicht wirklich authentisch an. Die Wortwechsel waren für mich nicht natürlich, auch die Wortwahl, Kraftausdrücke, Anglizismen. Dadurch blieb für mich auch die Beziehung von Scarlett und Jonah auf der Strecke. Zwischen den beiden herrschte von Anfang an eine starke Anziehung, aber ansonsten fehlte mir die Entwicklung und die gemeinsamen Momente. Irgendwie habe ich Jonah nicht einmal seinen großen Traum abgekauft, dass er raus in die weite Welt möchte - das hatte er so daher gesagt und Scarlett hatte ihn viel mehr gedrängt. Das kam für mich nicht wirklich rüber. Dagegen gefiel mir die Beschreibung des Ortes und der Umgebung sehr gut.

Alles in allem eine schöne, kurzweilige Geschichte, die mich nicht ganz abholen konnte.