Die Suche nach Freiheit

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martinchen Avatar

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Vordergründig geht es in diesem Debütroman um die Suche nach dem verschwundenen Sohn. Torran verschwindet vor sieben Jahren aus seinem Hotel in einem indischen Bergdorf. Seine Mutter Anne versucht alles, um ihren Sohn zu finden und geht jedem noch so kleinen Hinweis nach. Als ihre Nichte Esther einen neuen Hinweis bekommt, machen sich die beiden Frauen auf die Suche.

Das Cover zusammen mit dem Titel und der Inhaltsangabe hat mich veranlasst, diesen Roman lesen zu wollen. Neben Anne, Esther und Torran spielt auch Robert, Ehemann, Vater und Onkel eine Rolle in dieser Familiengeschichte, in der vieles ungeklärt bleibt.
Robert ist Schriftsteller und hat ein entlegenes Haus für sich und seine Familie gekauft. Anne hat sehr jung ihre Karriere als Musikerin für eben diese Familie aufgegeben. Esther hat einige Jahre bei Robert und Anne gelebt, nachdem ihre Mutter gestorben ist und ihr Vater nicht in der Lage war, für sie zu sorgen. Hierdurch sind viele Konflikte entstanden, die ungelöst sind – und es leider auch bleiben.

Penelope Slocombe schreibt einen flüssigen Stil mit bildhaften Landschaftsbeschreibungen, die insbesondere dann lebendig werden, wenn man Indien schon einmal besucht hat. Für ihre Protagonisten trifft es nur teilweise zu. Sie hätten durchaus etwas tiefgründiger gestaltet werden können. Auch Fragen nach dem Verschwinden vieler junger Menschen in Indien und dem Himalaya hätten durchaus tiefgehender beantwortet werden können. Das Augenmerk wird auf die Familie, vor allem auf Anne gelegt, die ihre eigenen Interessen zurückgestellt hat.
Anne hält lange an allem fest, bevor sie sich auf sich selbst und ihre Wünsche besinnt.

Fazit: ein lesenswerter Roman über Festhalten, Loslassen, Sichfinden und Verlieren, über die Suche nach sich selbst und der Freiheit