Innovation gesucht.

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orongjen Avatar

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Bereits der Auftakt hinterließ bei mir den Eindruck einer eher simplifizierten Herangehensweise. Altbekannte Rezepte, die lediglich durch provokante oder freche Titel einen neuen Anstrich erhalten haben. Auch mit dem zweiten Band gelingt es der Autorin leider nicht, diesen Eindruck von mangelnder Originalität zu revidieren.

Besonders kritisch sehe ich die sprachliche Gestaltung. Was im ersten Band vielleicht noch als Versuch einer rebellischen Note durchgegangen ist; wirkt nun, gerade in der direkten Gegenüberstellung, befremdlich. Es entsteht der Eindruck, als würde eine erwachsene Person krampfhaft versuchen, eine Jugendsprache zu imitieren, die in ihrer Künstlichkeit entlarvend wirkt. Ich bezweifle stark, dass die adressierte Zielgruppe sich von dieser sprachlichen Anbiederung tatsächlich angesprochen fühlt.

Ein zeitgemäßes Rezeptbuch muss heutzutage schon mehr bieten, statt sich lediglich über eine provokante Wortwahl von der Masse abzuheben zu wollen. Das Werk verpasst es leider, über das rein Oberflächliche hinauszugehen. Zwar sind die ästhetischen Aspekte des Buches, die Fotografie und das Food-Styling, durchaus ansprechend und halten das Gesamtergebnis auf einem durchschnittlichen Niveau; doch die inhaltliche Substanz bleibt dünn.

Man fragt sich unweigerlich, warum der Mut zur Innovation hier so gänzlich fehlt. Es wäre an der Zeit gewesen, eigene, originelle Rezepte und eine dazu passende, authentische Bildsprache zu entwickeln, die dem provokanten Ton tatsächlich Substanz verleiht.

Ich hoffe jedoch, dass die Autorin bei ihrem nächsten Projekt den Schritt wagt, sich kreativ neu zu erfinden.